Klangschichten

Atem - Klang - Stimme

Gedanken zum Oktober

Gila Antara hat im März das Lied "Wir sind Pilger einer neuen Zeit und wir wissen nicht, was hält sie bereit. Was die Zukunft bringt, können wir nicht sehn, doch es liegt an uns, dass wir neue Wege gehn..." auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht.. Wie aktuell diese Botschaft besonders in dieser Zeit wieder ist, brauche ich sicherlich nicht weiter kommentieren.

Die Coronawogen schlagen wieder hoch um sich, Ein Wust an Zahlen, Informationen und Meihungen fluten uns. Dazu kommen noch die vielen Nachrichten aus aller Welt, die den inneren Gefühlsvulkan eher befeuern, als ihn zu beschwichtigen. Mir fällt dazu das Lied von Iria Schärer ein, welches wir schon häufig auf Seminaren oder in den Singkreisen gesungen haben:

„Ich nehme es an, sowie es ist nehm ich es an
und lasse los, was ich gedacht
wie es sein sollte und was ich wollte.“

Haben wir es uns nicht gerne kuschelig und bequem eingerichtet? So hätte es doch eigentlich die nächsten 20 oder mehr Jahre bleiben können. Für mich steckt in dieser turbulenten Zeit nach wie vor viel mehr, als nur das Jagen nach Zahlen und das Für und Wider hinsichtlich des Tragens von Alltagsmasken. Dieses ist wieder nur das Suchen im Außen, ein Ablenken von sich selbst.

Was passiert denn, wenn jetzt wieder Kontakteinschränkungen den Alltag bestimmen und wir wieder mehr auf uns selbst gestellt sind. Vor einem halben Jahr hatten wir beim Lockdown im Blick, dass wir auf den Sommer zugehen, aber mit den jetzt verordneten Kontaktbeschränkungen gehen wir in die dunkle Jahreszeit - auf Allerheiligen / das Jahreskreisfest Samhain  - zu. Diese Zeit erinnert uns jedes Jahr auf’s Neue an unsere eigene Vergänglichkeit. In diesem Jahr wird es noch schwieriger, davor davon zu laufen.

Wie wäre es, wenn du dich in diesem Jahr mal ganz bewusst mit deiner Vergänglichkeit auseinandersetzt. Wir befinden uns immer im Wandel, alle ca. 7 Jahre hat sich unser Körper komplett erneuert. In jeder Nacht erleben wir im Schlaf einen kleinen Tod. Schaut euch doch mal alte Bilder von euch an. Wer ist das, den ihr dort seht? Was hat die Person auf dem Bild noch mit der heutigen Person zu tun? Würdest du dich überhaupt erkennen, wenn dort nicht in kleiner Handschrift dein Name drunter stünde?

Ich lade dich an, das, was sich zeigt, anzunehmen, so wie es ist. Es nicht anders zu machen, anders haben zu wollen. Wandel bringt immer Bewegung - zuweilen auch Chaos ins Leben. Aber gerade darin steckt auch ein ganz großes Potential und die Chance, zu spüren, was sind meine nächsten Schritte, wie bleibe ich im Fluss mit mir selbst und in meiner intuitiven Kraft. Dies bedeutet automatisch, aus dem Widerstand, der oft auf Angst und Unsicherheit basiert, heraus in die eigene Freiheit zu gehen.

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Eigene Gedanken zum September

„Die Zeit der Ahnungen

Wenn der Geruch später Kartoffelfeuer in der Luft liegt,

durch die Nebel viele Gesichter und Möglichkeiten

aufblitzen und wieder verschwinden,

zeigt sich der Weg des inneren Feuers,

der Ahnungen, der Ahninnen“

aus „Töchter der Mondin“ von Cambra Maria Skadé

Unser Wirken wird immer mehr geprägt von den Informationen die tagtäglich auf uns einströmen. Dabei können diese Meldungen immer nur ein Teil einer Sichtweise sein und sind natürlich einerseits eingefärbt von der persönlichen Ausstrahlung des Absenders und andererseits auch von der Wahrnehmung des Empfängers.

Warum schreibe ich das? Ich habe das Gefühl, dass im Augenblick viele „Kämpfe“, Auseinandersetzungen usw. erfolgen, bei denen es um „die“ Wahrheit geht. Gibt es „die“ Wahrheit bzw. kann es diese überhaupt geben? Ich kann bei keiner Sache sagen, dass ich die Wahrheit kenne, ich kann vielleicht meine Sichtweise darstellen. Aber woher kommt meine Sichtweise? Bei dieser Frage spüre ich automatisch nach Innen. Ich glaube (auch dieses weiß ich nicht mit Sicherheit), dass meine Sichtweise ein, durch mein persönliches Erleben bzw. durch mir innewohnende Ahnungen, in mir ausgelöstes Gefühl oder eine Wahrnehmung beschreibt, aber niemals eine absolute Wahrheit. Diese Erkenntnis erfüllt mich gerade mit einer tiefen Demut - anzuerkennen, dass ich weiß, dass ich nichts weiß und darauf zu vertrauen, dass es etwas gibt, das viel größer ist, als alles, was wir uns vorstellen können.

Mit dieser Demut komme ich wieder zu dem, was ich schon in meinen Impulsen in der Coronazeit beschrieben habe, nämlich wahrzunehmen, was in mir geschieht, wenn ich mit „Wahrheiten“ konfrontiert werde. Bekomme ich eine Ahnung davon, was in meinem Inneren ausgelöst wird? Etwas, dass ganz tief in mir verankert ist? Etwas Intuitives? Ein Wissen, dass von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zu dem wir aber in unserer modernen Gesellschaft kaum noch Bezug haben?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade diese Ahnungslosigkeit uns so taumeln lässt und uns den Boden unter den Füßen wegzieht. Deshalb habe ich für diesen Newsletter auch die beiden Texte aus dem Buch „Töchter der Mondin“ von Cambra Maria Skadé aufgenommen. In den meisten Sprachen heißt es „die Mondin“, in Deutschland sprechen wir jedoch vom „dem Mond“.

Die Mondin steht für die weibliche Kraft, für Gefühle sowie für Intuition und Kreativität. Sie ist stark mit der Erde und mit der Nacht (dem Dunklen, dem Inneren) verbunden. Leider ist vieles von dieser Kraft, mit denen unsere Ahninnen noch gut im Kontakt waren, durch unsere patriachale Gesellschaft verloren gegangen. Für ein ausgewogenes Zusammenleben sind beide Kräfte von hoher Bedeutung, sie sollten gleichrangig sein.

Ich lade dich ein, dir das Wechselspiel der einzelnen Mondphasen vorzustellen. Dieses Kommen und Gehen, Fü(h)llen und Loslassen, lineares Denken versus wellenförmiges Fühlen. Beide Seiten sind „gleich-gültig“ und tragen in einem ausgewogenen Zustand zu einem harmonischen Miteinander bei.

Sei im Einklang mit diesem Wechselspiel und nimm deine Gefühle bewusst wahr. Wie fühlt es sich an, wenn z.B. eine Angstwelle kommt. Läufst du vor Schreck weg oder stellst du dich ihr entgegen, schaust ihr ins Gesicht und nimmst wahr, wie sie sich wieder zurückzieht? Kannst du darauf vertrauen, dass du fest auf der Erde stehst und gehalten wirst - auch, wenn die nächste Welle, die vielleicht ein ganz anderes Gefühl (Wut, Trauer…) mitbringt, auf dich zu rollt?

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"Caminando Va - Leben lebt vom Aufbruch,
Caminando Va - Machen wir uns auf"

Wenn schon pilgern, dann doch in Spanien, ist eine weitverbreitete Meinung. - Dass es auch anders geht, erlebte die Pilgergruppe unter der Leitung von Sigrid Baust und Liesel Kipp, die die hiesigen Seelenorte erwanderte. „Caminando Va - Leben lebt vom Aufbruch, Caminando Va - machen wir uns auf.“ Der schwungvolle Rhythmus dieses Pilgerliedes animierte die Frauen, immer wieder aufzubrechen und die Hürden einer Pilgerwanderung zu meistern. Es war keine feste Gruppe, die sich jeden Tag auf den Weg machte. Einige konnten aus persönlichen Gründen nur etappenweise mitlaufen, manche haben sich allerdings jeden Tag auf den Weg gemacht und somit gut 100 Kilometer in 5 Tagen gemeistert. Hierbei stellte besonders der Freitag die größte Herausforderung dar. An diesem Tag meinte die Sonne es besonders gut und die Pilgerstrecke startete im Schmallenberger Kurpark, ging hinauf zum Wilzenbergturm, von dort über Almert nach Schanze, um nach ca. 23 km Pilgern mit einigen steilen Anstiegen in glühender Sommerhitze in Latrop anzukommen.

Das Besondere an dieser Tour war, dass häufig das Gefühl aufkam, vor der eigenen Haustür zu pilgern und gleichzeitig so vieles entdeckt werden durfte, z.B. der Keltische Baumkreis am Aberg in Schmallenberg, die Schule des Waldes am Rothaarsteig, das Aquädukt in Heinsberg sowie bekannte und unbekannte Kräuter und Pflanzen, die immer wieder zum Diskutieren animierten. Zum Tragen kam ebenfalls die Verbindung der Natur-Seelenorte mit den kirchlichen Seelenorten, zu denen es jeweils passende Impulse gab. Die Führung durch die Wormbacher Kirche und dem dazugehörigen Friedhof sowie der Abschluss an der Wallfahrtskirche auf Kohlhagen machte die Pilgerwanderung zu einer runden Angelegenheit. Das Sahnehäubchen nach dieser vollbrachten Leistung war der Empfang der Gruppe mit frischen Waffeln im Kulturgut Schrabben Hof in Silberg.

Auf dieser Pilgerung ging es nicht darum, möglichst schnell die einzelnen Kilometer „abzureißen“, sondern immer wieder innezuhalten, Verbindungen zwischen dem eigenen Erleben und der Wahrnehmung in der Natur zu knüpfen und achtsam mit sich selbst, den anderen Teilnehmern und der Natur den Tag zu genießen. Festgelegt waren nur der Start- und Zielpunkt sowie der entsprechende Transfer. Im Tagesablauf standen die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen im Vordergrund.

Die Pilgerwanderung war sehr beeindruckend und berührend. Sie wird allen in unvergessener Erinnerung bleiben.

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Tourist-Information Lennestadt-Kirchhundem durchgeführt.


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Acht Wochen Corona in Deutschland - ich frage mich, was hier eigentlich gerade passiert!

Wir alle hatten unsere Pläne für dieses Frühjahr, für den Sommer, für das Jahr - vielleicht standen Familienfeiern an, vielleicht eine besondere Urlaubsreise. Alles war geplant - alles sollte so kommen, wie wir es uns vorstellten. 

Heute - ca. 8 Wochen nach dem Shutdown - dürfen wir erkennen, dass vieles eben doch nicht so selbstverständlich ist, wie wir es immer dachten. Wenn ich meine persönliche Situation betrachte, kann ich sagen, dass mir diese Langsamkeit und diese Ruhe gut bekommt. Was mich jedoch in den letzten Tagen sehr intensiv beschäftigt, sind die Spaltungen, die sich nach meinem Empfinden gerade vielerorts herauskristallisieren. Viele Meinungen zu politischen, virologischen, wirtschaftlichen (usw.) Meinungen sprengen das Internet. Doch was ist wahr - was ist ein fake? Was war vielleicht zu Beginn ein interessanter Ansatz, wurde dann jedoch von Lobbyisten unterwandert? Ich muss sagen, dass mich diese Informationsflut überfordert und ich mir nur noch gezielte Nachrichten auf den öffentlich-rechtlichen Sendern anhöre. Ich möchte hier auch nicht weiter auf Verschwörungstheorien, Zwangsimpfungen usw. eingehen.

Mich beschäftigt vielmehr das, was sich hinter diesem ganzen Geschehen verbirgt.

Vielen Menschen ist klar, dass wir so - wie vor Corona - nicht weitermachen konnten.  Doch werden die Rufe nach dem „alten Leben“ immer lauter. Mir drängt sich die Frage auf, was wäre passiert, wenn uns nicht ein Virus, sondern eine offensichtliche Naturkatastrophe (Erdbeben, Überschwemmung….) getroffen hätte (was natürlich immer nur „lokal“ passieren kann)? Wir hätten die Ärmel hochgekrempelt und gearbeitet. Bei einem Virus geht das aber nicht. Wir sehen es nicht und dennoch ist es da und hält jeder/m von uns den Spiegel vor. Die Frage ist nur, ob wir uns trauen, in den Spiegel zu schauen. Das - wie ich finde - spannende an dieser Sache ist, dass jede/r etwas anderes in diesem Spiegel sieht, weil es etwas ganz persönliches ist, weil jeder seinen eigenen Blick, seinen eigenen Schmerz, seine eigene Angst verspürt. Jede/r befindet sich in seiner eigenen Lebenswirklichkeit. Eines der Hermetischen Gesetze besagt: „Wie innen - so außen, wie außen - so innen...“

Am Freitag erreichten mich zwei ganz, ganz liebe Briefe. Der eine enthielt ein Märchenbuch. Die Geschichte eines Kindes, das Angst vor dem Wolf hat, und immer weiter fragt, ob es wohl vom Wolf gefunden werden könne - bis am Ende der Geschichte das Kind selbst dem Wolf die Türe öffnet, ihn wie einen lieben Freund begrüßt und mit ihm feiert. Dieses Kind ist seiner Angst begegnet und hat sie nicht weggeschickt, sondern hat sie immer mehr in sein Leben gelassen, bis sie ihre Kraft verloren hatte und das Kind „die Angst liebgewonnen“ hatte. Mögen auch wir uns immer mehr trauen, uns die Frage zu stellen: Was wäre der „worst case“? Erlauben wir uns immer wieder hinzuspüren, was das „Draußen“ mit unserem „Inneren“ zu tun hat.

Der zweite Brief handelt von dem „Märchen vom kleinen Dank“. Niemand mochte mit dem kleinen Dank in Kontakt gehen, weil es angeblich nichts zu danken gab. Doch als bemerkt wurde, dass es wohl doch etwas zu danken gibt, hatte sich der kleine Dank unbemerkt davon geschlichen. Ich habe mich sehr über dieses liebevoll gestaltete Büchlein gefreut und mir Gedanken gemacht, wofür ich dankbar sein darf. Ich habe vieles gefunden - vieles, was wir als selbstverständlich erachten, ist nämlich nicht selbstverständlich.

·        Ich sage „Danke“, weil ich fast 60 Jahre in einem Land lebe, in dem ich mich frei bewegen kann.

·        Ich sage „Danke“, weil dieses Land mit einem Gesundheitssystem ausgestattet ist, das mir vor nicht langer Zeit bei der Bewältigung einer schweren Erkrankung geholfen hat.

·        Ich sage „Danke“, weil ich eine Familie habe und beim Spiel mit den Enkelkindern immer mal wieder selber zum Kind werden darf.

·        Ich sage „Danke“, dass ich diese Zeilen schreiben darf.

Diese Aufzählung ließe sich bestimmt noch um viele Punkte ergänzen. Vielleicht möchtet ihr auch mal schauen, wofür ihr dankbar sein könnt.

Ich möchte noch einen letzten Gesichtspunkt festhalten, der mir gerade jetzt sehr wichtig erscheint:
Kürzlich wurde ich gefragt, wo denn eigentlich die Stimmen bleiben, die sich für das Wohl der Erde einsetzen und darauf achten, dass es nicht so weitergeht, wie es vorher war. Ich glaube, da ist jede/r Einzelne gefragt. Die Liedermacherin Gila Antara, die ich sehr schätze und deren Lieder mich immer wieder sehr berühren, hat für diese Coronazeit ein Lied ins Netz gestellt, dessen Refrain lautet:

„Wir sind Pilger einer neuen Zeit und wir wissen nicht, was hält sie bereit.
Was die Zukunft bringt, können wir nicht sehen und es liegt an uns, dass wir neue Wege gehen.“

Für mich enthält dieser Refrain viel Vertrauen und Ansporn. Wir sind Gestalter unseres Weges und haben immer die Wahl, uns zu entscheiden. Wie wäre es, wenn wir den Fokus auf eine umweltbewusste und achtsame Welt lenken, wenn wir gemeinsam schauen, was tut uns und der Erde gut und wir uns dafür auch auf neue und  vielleicht manchmal unbequeme Wege begeben?

Wenn jetzt nach und nach die Lockerungsmaßnahmen greifen, würde ich mich freuen, wenn wir uns langsam und bewusst wieder dem äußeren Leben öffnen, und zwar so, als befänden wir uns auf einem dünnen Eis, welches jederzeit einbrechen kann.

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Respektiere dich selbst und übernimm Verantwortung für alles was du tust (Dalai Lama)
kleiner Impuls zum Thema "Vollmond und Verantwortung"

Eigentlich war für den Mittwochabend  gemeinsam mit Liesel Kipp eine Vollmondwanderung geplant. Aus diesem Grund kam mir die Idee, einen Impuls zu diesem Thema zu schreiben. Bei der Vorbereitung kamen mir zwei Dinge in den Sinn, auf die ich nachstehend eingehen möchte. Zum einem die Qualitäten des Mondes und zum anderen der Ulmentanz, der an ganz vielen Orten überall auf der Welt an dem Vollmondabend getanzt wird und als Überschrift das Thema Verantwortung beinhaltet. Schnell kam dann bei mir die Frage auf, was dieser Impuls denn überhaupt mit Corona zu tun hat.

Zunächst meine Ausführungen zum Thema Mond:

Der Mond oder in spirituellen Kreisen auch „Die Mondin“ steht für das Weibliche, für die Intuition, für die Innenschau, für unsere Gefühle, für unsere Seele. In der Innenschau gehen wir in uns hinein, können wir uns „emp-finden“. Dabei steht die Vorsilbe „emp“ für „innen“. So heißt als empfinden im Grunde übersetzt: im Innen finden. Und so bin ich jetzt wieder bei „Corona“. Wie ich schon in den anderen Impulsen geschrieben habe, hat sich unser Leben viel im Außen abgespielt und wir haben kaum noch auf unsere inneren Botschaften gehört. Eng strukturierte Tagesabläufe und auf Gedanken basiertes Handeln bestimmten unsere Tage. Hier werden wir gerade aufgerüttelt und aufgefordert, immer wieder nach innen zu schauen und hinzuspüren.

Vollmond - du immer wiederkehrende Faszination

O Mond in deiner vollen Präsenz zeigst du dich - du berührst - Sehnsucht macht sich breit.

O Mond - du Zeichen für Wechsel und Wandel - heute ist die Nacht heller als sonst und schon morgen wird es nicht mehr so sein wie heute. Ein kleines Stück fehlt - es ist da und doch nicht da - wir sehen es nicht mehr - aber ist es deshalb weg?

O Mond - du Verkörperung des Weiblichen, das stark genug ist, um empfänglich zu sein, um zu „emp-finden“ und sich voll und ganz dem Leben hinzugeben. Das Weibliche steckt in jedem von uns - egal ob Frau - ob Mann. Es erinnert uns daran, auch unseren Gefühlen - unserer Intuition und nicht nur den Gedanken zu vertrauen.

O Mond - du beleuchtest die Schattenseiten unseres Wesens - niemals würden wir wagen, diese bei Licht zu betrachten. Im Licht versinken wir im Tun und Handeln - doch in der Dunkelheit wird es still und in der Stille - wenn wir es zulassen - begegnen wir unserem innersten Wesenskern mit all seinen Facetten.

O Mond - du lädst uns ein, zu träumen - zu träumen von einer Welt, in der wir im Rhythmus mit der Natur leben - in der wir im Einklang mit allem, was ist, sein dürfen - können - wollen.

O Mond, du guter Mond - danke, dass du uns jedem Monat aufs Neue erinnerst! (Sigrid Baust 032020)

Die Ulme - die Verantwortungs-Blüte

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Edward Bach die Bachblüten-Therapie entdeckt und hier u.a. der Ulme die Qualität einer „Verantwortungs-Blüte“ gegeben. Die Ulme lädt uns ein, zu schauen, wie unser Verhältnis zur Verantwortung ist. Ob es ausgewogen ist oder in eine Richtung - in ein „zu wenig“ oder „zu viel“ ausschlägt. Interessant ist hierbei, dass es  nicht nur um die Auswirkungen auf uns selber, sondern auf kollektive Auswirkungen geht.  Mechthild Schaffer, die diese Therapieform weiter entwickelt hat, schreibt: „Überlegenswert ist auch die folgende Hypothese: Wenn bestimmte kollektive Eigenschaften der höheren menschlichen Natur auf der Persönlichkeitsebene einer großen Gruppe von Menschen immer mehr zurückgehen, zieht sich auch die mit dieser Eigenschaft korrespondierende Pflanze zurück.“

Ich lade euch hiermit zu einer Beschäftigung mit dem Thema Verantwortung ein. Viele von euch werden sich noch an das Atomunglück von Tschernobyl erinnern. Durch die Arbeit mit den Menschen, die seinerzeit in großer Angst vor etwas Unsichtbarem lebten - ähnlich wie wir heute -  hatte Joanna Macy einen Tanz zu den Qualitäten der Ulme entwickelt. Dieser Tanz hat den Menschen in ihrer großen Not die Herzen geöffnet. Deshalb war es ein großer Wunsch dieser Menschen, dass dieses Wunder weitergegeben wird. So hat Joanna Macy den Menschen, mit denen sie seinerzeit arbeitete, das Versprechen gegeben, den Ulmentanz in die Welt zu geben. Heute wird dieser Tanz weit über Europas Grenzen hinaus in der Vollmondnacht an vielen unterschiedlichen Orten getanzt.

Ich lade euch heute für 20 Uhr zu diesem Tanz ein. Ihr könnt euch hierzu auf Youtube die Musik anhören. Gebt als Suchbegriff „Ulmentanz Musik“ ein

Auch wenn wir uns physisch nicht mit einander zum Kreis verbinden können, so können wir es dennoch in Gedanken tun und uns gemeinsam an unsere Verantwortung für uns, unsere Familien, Freunde und auch für die Erde erinnern.

Stellt euch dazu einen großen Kreis vor und verbindet euch mit all den Menschen, die jetzt um diese Uhrzeit in dieser für alle Menschen auf der Erde sehr schweren Zeit diesen Tanz tanzen:
- 4 Schritte rückwärts in Tanzrichtung nach rechts
- wiegen rechts - wiegen links - wiegen rechts - wiegen links
- 4 Schritte vorwärts in Tanzrichtung nach rechts
- wiegen rechts - wiegen links - wiegen rechts - wiegen links
- 4 Schritte zur Kreismitte dabei die Arme heben
- wiegen rechts - wiegen links - wiegen rechts - wiegen links
- 4 Schritte rückwärts aus der Kreismitte hinaus, dabei die Arme senken
- wiegen rechts - wiegen links - wiegen rechts - wiegen links

Verantwortung übernehmen - nicht nur in schwierigen Zeiten

Wenn ich Verantwortung für mich selbst übernehme, treffe ich Entscheidungen, die meinem Wohl dienen. Dazu nehme ich wahr und lausche auf die Antwort meines Körpers - meine Gedanken schweigen währenddessen. Nicht immer können andere diese Entscheidungen verstehen, aber manchmal ist es wichtig, mir selbst der beste Freund zu sein ohne dabei egoistisch zu handeln.

Affirmation:     Ich übernehme Verantwortung für mein Leben - mit allen Konsequenzen.

Wenn ich Verantwortung für meine Familie und meine Freunde übernehme, empfinde ich Freude und Liebe. Manchmal handele ich vielleicht aus einem Pflichtgefühl heraus, weil ich denke, das tun zu müssen, was ich zu tun gedenke. Zuwendungen aus einem Pflichtgefühl heraus haben einen faden Beigeschmack - sie belasten und haben häufig den Zusatz: „Ich muss“. Bei Handlungen aus einem Pflichtgefühl heraus fehlt die Liebe. Doch vielleicht kann ich wahrnehmen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Zuwendung aus einem Pflichtgefühl zu einer Verantwortung in Freude und Liebe zu verwandeln.

Affirmation:     Mit Liebe und Freude übernehme ich Verantwortung für meine Familie und für meine Freunde ohne dies zu einem Pflichtgefühl werden zu lassen.

Wenn ich Verantwortung für meine Umwelt und für die Erde, auf der ich lebe, übernehme achte ich darauf, achtsam und umsichtig ihren mit Ressourcen umzugehen.  

Affirmation:     Ich empfinde eine tiefe Verbundenheit mit allem was ist. (Sigrid Baust 032020)

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine harmonische und gesunde Zeit sowie ein friedvolles Osterfest in einem neuen Gewand. Und irgendwann singen und tanzen wir auch wieder gemeinsam in einem Raum.

Ich warte in voller Vorfreude auf diesen Zeitpunkt und grüße euch bis dahin herzlich
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Alles hat die Bedeutung, die ich ihm gebe - kleiner Impuls zum Thema "Vertrauen"

Ich nehme diesen Tag so wie er ist.
Ich bedanke mich dafür, dass ich ihn erleben und formen darf.
Ich gestalte ihn mit meiner Bereitschaft, mich zu freuen,
meiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen,
Menschen wertzuschätzen,
Freundlichkeit zu verbreiten,
meine  Aufgaben mit Liebe zu verrichten
und vertrauensvoll  anzunehmen, was immer geschieht. (Gabriele Esser)

In einer unruhigen Zeit kommt schnell die Frage auf: „Kann ich wirklich vertrauensvoll das, was ist, annehmen?“ Mir stellt sich da die Frage, was eigentlich die Basis unseres Vertrauens ist. Vielleicht Sicherheit durch Besitz von festen Dingen/Gegenständen? Ich glaube aber, dass uns diese Zeit an eine ganz besondere Art des Vertrauens erinnern möchte.

·        Vertrauen, dass jemand für mich da ist und ich mich nicht vergessen fühle.

·        Vertrauen, dass jemand meine Not sieht und mir beisteht.

·        Vertrauen, dass ich sicher mit beiden Füßen auf dem Boden stehe.

·        Vertrauen, dass ich einfach mal jemanden zum Quatschen, Lachen und Singen habe.

·        Vertrauen, in mein „Ich bin“ - hier und jetzt.

Und in dieses „Ich bin“ möchte ich heute näher einsteigen.

Mir kam in den letzten Tagen das Bild eines Karussells, in das wir alle vor vielen Jahren eingestiegen sind. Zuerst hat uns dieses Karussell ein Gefühl von Freiheit verliehen, aber um dieses Gefühl aufrecht zu erhalten musste es immer schneller werden, immer schneller, bis es dann irgendwann so schnell geworden ist, dass wir am liebsten ausgestiegen wären. Das ging nicht - der Sog war so stark, dass wir uns verletzt hätten, wären wir in voller Fahrt ausgestiegen. Jetzt kommt da ein klitzekleines Virus daher und drückt einfach am Off-Schalter. Mit dieser Vollbremsung hat niemand gerechnet und so werden wir wie Federn durch die Luft gewirbelt.

Es zeigen sich Gefühle wie Unsicherheit, Angst, usw. Auch unsere Gedankenwelt arbeitet gerade sehr intensiv. Ich habe den Eindruck, dass um mich herum vieles passiert, was auf den ersten Blick nichts mit dem Coronavirus zu tun hat. Ich glaube jedoch, wenn man da etwas nachforschen würde, hängt es bestimmt mit den, durch die augenblickliche Lage verursachten Gefühlen zusammen.

Damit wir ins Vertrauen kommen können, ist es wichtig, die Erde zu spüren. Die meisten von euch kennen sicherlich die Energiefelder, die wir alle im Körper haben - die Chakren. Das erste Chakra - das Wurzelchakra - verkörpert unser (Ur-)Vertrauen. Es steht für unser „Ich will leben - ich bin“. Aus diesem Grund möchte ich euch heute Übungen und Impulse an die Hand geben, mit denen ihr euer Wurzelchakra stärken könnt:

·        Töne sooft es dir möglich ist (vielleicht bei einem Spaziergang oder unter der Dusche) ein tiefes „U“ - achte darauf, dass es wirklich ein „U“ ist und nicht zum „o“ hin abgeleitet wird. Das „U“ wird auch das Tor zur Tiefe, zum Unhörbaren genannt. Mit seiner U-Schale symbolisiert es die Tragkraft, wenn wir uns über das Wurzel-Chakra mit der Erde verbunden haben.

·        Erde dich in einer Minute:
Ziehe deine Schuhe aus. Stapfe barfuß im Haus herum. Balle deine Hände zu Fäusten. Boxe mit den Händen in Richtung Erde, während du mit den Füßen stampfst. Sprich dabei eine Affirmation laut aus:
z.B. Ich lebe hier in Freude oder: Ich vertraue dem Fluss den Lebens
Vielleicht fällt dir ein eigener Satz ein, der dir beim Erden hilft.

·        Atemübung Beckenkreisen
Sitze gut und sammle dich. Lege dein Gewicht auf den linken oder den rechten Sitzknochen. Kippe dein Becken rückwärts und gleite in deiner Bewegung weiter, so dass du fast auf deinem Kreuzbein sitzt, gleite darüber hinweg bis auf die Höhe des nächsten Sitzknochens, und nun neige dein Becken nach vorn, gleite weiter, bis du wieder auf dem Sitzknochen landest, vom dem du deine Bewegung angesetzt hast. Nun lasse dein Becken kreisen - ganz nach deinem Empfinden: schnell - langsam - wie es für dich passt. Die Muskulatur des unteren Raumes wird gedehnt. Dadurch wird sich Atembewegung einstellen. Spüre dem veränderten Zustand in deinem unteren Raum nach.
Achte noch darauf, dass du das Becken nicht nur im Halbkreis rückwärts bewegst, sondern auch (sehr gründlich) nach vorn kippst.


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Reise nach Innen

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr inzwischen einen für euch stimmigen Weg gefunden habt, mit der neuen Situation umzugehen.

Wir werden zurzeit mit so vielen Nachrichten und Meinungen geflutet, dass es schwer fällt, bei sich zu bleiben. Fast jeder hat einen Grund, warum die Coronakrise für sie/ihn besonders schwierig ist. Für die einen war von heute auf Morgen die Existenzgrundlage entfallen; für andere ist es, zur Risikogruppe zu gehören; wieder andere haben Stress, den Kindern zu erklären, warum sie sich nicht mit ihren Freunden treffen dürfen; dann sind da noch diejenigen, die Angst haben, den Job zu verlieren und zu guter Letzt bleiben noch die vielen Menschen; die versuchen, unserer Gesundheits- und Versorgungssystem aufrechtzuerhalten.  Ja wir alle haben einen Grund über Corona zu reden, zu schimpfen….  Je mehr wir uns in dieser Negativität hingeben, umso weniger können wir die Chance, die sich hinter diesem Virus verbirgt „ent-decken“.  

Ich persönlich stelle gerade fest, in dem Maße, wie ich meine Wohnung und meinen Garten entrümpele, sortiere und aufräume, löst und klärt sich auch in meinem Inneren immer mehr. Dinge, die mir vor zwei Wochen noch ganz wichtig waren, treten immer mehr in den Hintergrund, andere treten in den Vordergrund, bekommen mehr Aufmerksamkeit und einen besonderen Platz in dieser ungewöhnlichen Zeit. Genau darin sehe ich gerade auch eine gute Chance für uns alle - die Hinwendung zum Wesentlichen, zu dem was uns tief im Innern berührt. Diese Hingabe kann nur jeder für sich alleine vollziehen, weil jeder Mensch seine eigenen Gründe hat, zu handeln wie er handelt. Da geht es nicht um Bewertung, sondern um die Selbsterkenntnis. Wir alle haben uns sicher schon über die Hamsterkäufer geärgert oder sie belacht. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren so ins Außen manifestiert, dass sich eine unterschwellige Angst vor dem, was übrigbleibt, wenn das Außen wegbricht, ausbreitet. Warum lachen wir über die Hamsterkäufer und warum begegnen wir ihnen nicht mit Mitgefühl?

Ich lade euch heute ein, eurer inneren Stille zu lauschen und zu hören, was sie euch sagen möchte. Dazu fiel mir nachstehender Spruch von Ernst Ferstl in die Hände, den ich gerne mit euch teilen möchte.

In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe am Herzen.

In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.

In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.

Erst, wenn wir uns unserer inneren Stille zuwenden, erkennen wir, dass da noch etwas ist, was viel größer ist, als wir es uns vorstellen können. Ein Frieden breitet sich aus, der die Mauer der Angst löst. Wir brauchen nicht weiter im Widerstand zu sein. Wir erkennen, dass alles, was geschieht, einen Sinn hat und geben uns dem jetzigen Augenblick hin.

Wir sind im Fluss  -   wir atmen - wir sind!

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Klangspiel Stimme

Unser Atem ist immer da - er ist für uns lebensnotwendig und gleichzeitig zeigt er uns, wie es uns gerade geht. Ihr kennt alle Begriffe wie: Es nimmt mir die Luft zum Atmen, da muss ich erst einmal tief durchatmen, bis zum letzten Atemzug.... da gibt es noch viele weitere Beispiele. Vielleicht hast du gerade ein eigenes parat. 

Durch Corona wird die Angst vor einer Lungenentzündung geweckt. Gleichzeitig verhindert Angst eine gute und tiefe Atmung. Deshalb lade ich euch ein, immer wieder nachzuspüren, wo spüre ich meine Atmung. Kann ich die Körperausdehnung spüren (vielleicht einfach mal eine Hand auf den Körper legen und nachspüren.) Wie fühlt es sich an, wenn du dich mal richtig kräftig streckst und dehnst. Vielleicht magst du deinen Körper auch mal von oben bis unten abklopfen - so wie wir es beim Singen manchmal tun. Nimm deinen ganzen Körper wahr. Ändert sich dein Atem?

 Das nachstehende tibetisches Sprichwort fiel mit gestern in die Hand:

„Der fallende Baum macht Krach. Der Wald wächst lautlos“.

 Im Augenblick nehmen uns negative Nachrichten die Luft zum Atmen und so schauen wir häufig wie paralysiert auf den fallenden Baum anstatt uns am wachsenden Wald zu erfreuen. (Ist euch auch schon aufgefallen, wie blau und ohne Kondensstreifen der Himmel geworden ist?) 

Dinge, die gestern noch selbstverständlich waren, gelten heute nicht mehr; was morgen sein wird, kann uns niemand sagen. Die Entwicklung geht so rasend schnell, dass wir aus der Puste geraden, wenn wir alles verfolgen.

 In all dem schwingt eine Unsicherheit mit. Das ist mir schon sehr bewusst. Ich werde im Augenblick an meinen persönlichen „Shutdown“ von vor 3,5 Jahren erinnert. Einige von euch haben ihn mitbekommen. Ich lebte plötzlich in einer ganz anderen Welt. Wenn ich zurückblicke, erkenne ich damals wie heute die gleichen Fragen! ….und doch geht das Leben weiter - anders, nicht unbedingt schlechter, aber bewusster! 

Aus diesem Grund habe ich die beigefügte Atemmeditation für euch aufgenommen (den Link findest du in der pdf-Datei). Der Atem hilft immer wieder, ganz bei sich selbst anzukommen - sich seiner selbst bewusst zu werden. Wer mag kann nach der Meditation für sich tönen - gib all das ab, was dich bewegt. Wenn es in der Wohnung nicht sein kann, bietet sich dafür auch wunderbar ein Waldspaziergang in der Märzsonne an. Die Bäume mögen es, mit euch zu tönen und werden euch rauschend antworten.

Als Abschluss möchte euch noch einen Liedtext von Gila Antara mitgeben:

Ich bin sicher in der Unsicherheit.
Ich wohne im Wandel.
Ich wohne im Wandel der Zeit .
In der Unsicherheit finde ich zu mir.

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Gedanke zum derzeitigen Augenblick - Corona

Ein Lied von Brigitte Schmitz:
Und die Liebe bleibt - in allen Zeiten,
und der Friede treibt, durch die Gezeiten,
und das Sonnenlicht bricht die Dunkelheit,
die Liebe bleibt, die Liebe bleibt - in Ewigkeit, in Ewigkeit.

Ich habe lange mit mir gerungen, mich in den Kreis der Corona-Schreiber einzureihen. Dennoch ist es mir gerade wichtig, euch folgendes mitzuteilen:

Es ist gerade nichts mehr so, wie es noch vor einigen Wochen war. Erste Anzeichen haben wir  (ich zumindest) verdrängt oder nicht wahrhaben wollen. Wir sind auseinandergegangen wie immer.

Im Chor Sound of Voice war unser letztes Treffen der Auftritt in der ev. Kirche in Altenhundem. Unser letztes Lied endete mit dem Satz: „….und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“. Dass dieser Satz so treffend ist, hätte ich am 01.03. mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausdenken können.

Ich weiß nicht, wie es euch gerade geht. In mir ist ein Gefühlssturm, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. Wut, Angst, Trauer aber auch Ruhe, Frieden, Freude über die freie Zeit, Zuversicht reichen sich die Hand. Ich versuche, jeder Emotion ihre Berechtigung zu geben, sie wahrzunehmen und zu ehren. Erst dadurch komme ich für mich zu einem tiefen Verstehen, welches mir hilft, mit  Zuversicht nach vorne zu schauen. und nicht in den Widerstand zu gehen.

Entgegen des sonst Üblichen, in Notlagen zusammenzurücken, gilt jetzt die Devise der Kontaktvermeidung. Ich bin überzeugt, dass wir dennoch in einem großen Netz miteinander verbunden sind, auch wenn wir es jetzt gerade nicht körperlich spüren. Mir helfen dabei auch die Erinnerungen an die vielen schönen Begegnungen und Verbindungen. Ich würde mich freuen, wenn auch ihr unsere gemeinsamen Lieder für euch singt - singt sie in die Welt hinaus, tanzt euren Tanz für euch und für uns alle. Jeder Ton, jeder Klang, jedes Lied und jeder Tanz erzeugt Schwingung im Universum, die uns alle miteinander verbindet.

Am Wochenende haben wir noch gesungen: „Ich nehme es an, so wie es ist, nehme ich es an und lasse los, was ich gedacht, wie es sein sollte, weil ich es wollte.“(Iria Schärer Vielleicht war das, was ich gedacht, wie es sein sollte, gar nicht so wirklich gut für uns und etwas viel Größeres darf jetzt auf die Erde kommen. Wir befinden uns gerade in der Fastenzeit. Einer Zeit, in der wir uns auf uns selbst besinnen dürfen. Nutzen wir diese Zeit,
- um zu lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden,
- um zu spüren, wie die Natur sich von den Aktivitäten des Menschen erholt,
- um zu hören, welches Lied die Vögel uns vorsingen!

In jeder Krise gibt es immer Gewinner und Verlierer - ich träume davon, dass in dieser schwierigen Lage die (finanziellen) Gewinner sich auch als emotionale Gewinner erweisen und ihre Profite mit Menschen teilen, die durch diesen Virus an echte Existenzgrenzen kommen.

Wir alle wissen nicht, was noch kommen wird. Aber wir können unser „Ich bin“ mit jedem Atemzug immer wieder spüren und sind dann ganz im jetzigen Augenblick.
Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen, dass ihr gesund bleibt „….und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“

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Gedanke zum Monat März - Harmonie

Gedanken zum Monat - Harmonie

Der Fluss allen Lebens heißt Harmonie. Alles strebt zur Harmonie, zum Ausgleich.(Hermes Trismegistos)

Ganz oft habe ich mich in diesem Jahr schon gefragt, was passiert im Augenblick eigentlich so um mich herum. Da waren/sind die Waldbrände in Brasilien und in Australien. Ja, das ist tragisch, aber so wirklich betrifft es uns (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) nicht. Da waren die Stürme, die abholzten Wälder -auch tragisch, aber solange ich nicht betroffen bin…! Da sind Menschen auf der Flucht vor Krieg - auch weit weg. Die politischen Erdbeben haben auch noch nicht wirklich Konsequenzen. Aber jetzt kommt Corona und schafft es innerhalb kürzester Zeit, die Weltwirtschaft zu bedrohen. 

Ich habe das Gefühl, dass dieser neuartige Corona-Virus unserer Gesellschaft gerade einen sehr deutlichen Spiegel vorhält. Gegen ihn kann ich mich nicht versichern, nicht impfen, ich kann ihn nicht riechen, nicht spüren. Er kann mich angreifen und mich aus meiner Komfortzone werfen und was noch schlimmer ist, er spielt mit meiner Angst. Doch was ist Angst eigentlich? Angst ist ein bedrohliches Gefühl - manchmal ist Angst sehr hilfreich, sie hält uns davon ab, Dinge zu tun, die vielleicht nicht gut für uns sind. Aber zu viel Angst kann uns auch erstarren lassen. Wenn ich überall einen Angriff vermute, bin ich nur noch in einer Habachtstellung. Das heißt, mein Körper kann nicht mehr entspannen, weil ich ständig damit rechne, dass an der nächsten Ecke der Säbelzahntiger auf mich wartet und ich bereit zum Kampf oder zur Flucht sein muss. Eine solche Haltung schadet unserem Immunsystem und macht es letztendlich angreifbar.

Mir sagt diese Zeit, dass es noch mehr darum geht, Achtsamkeit zu praktizieren. Achtsamkeit mit mir, mit meinem Umfeld, mit der Natur. Es geht nur gemeinsam. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen einander. Unsere Mitmenschen spiegeln uns unsere Stärken und unsere Schwächen. Häufig sehen wir im anderen aber nur das, was wir nicht haben, was er uns vielleicht wegnehmen könnte und projizieren dadurch Hass und Neid. Ich darf mir immer wieder bewusst machen, dass, was ich im anderen sehe, ist ein Teil von mir. Dieses Gefühl ist bestimmt nicht immer toll, aber nur wenn ich mir diese Dinge bewusst mache, kann sich etwas ändern. Erst wenn ich mich meiner Angst stelle, meine Bedürftigkeit anerkenne oder was auch immer, kann ich in meine Harmonie kommen.

Ich möchte hier noch anmerken, dass ich Virenerkrankungen Respekt zolle und rate jeder/m sich an die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes  zu halten, aber von einer Angsthysterie möchte ich mich persönlich stark distanzieren.

Die Erde strebt nach Harmonie. Danach, dass alles eine Daseinsberechtigung hat. Wir Menschen haben uns zu Richtern entwickelt, die entscheiden, was sein darf und was nicht. Und ich glaube, genau dieses Hoheitsgefühl wird uns gerade genommen! Ich empfinde dabei gerade ein tiefes Gefühl von Demut.

Ich wünsche mir, dass wir wieder Schritt für Schritt zu einem achtsamen Miteinander kommen - einem Miteinander von Mensch, Tier und Umwelt. Dann kann sich Fülle ausbreiten, eine Fülle, die für alle ausreicht. Dazu noch nachstehendes Mantra als Lobpreisung der Fülle:

Om Purnam Adah Purnam Idam
Purnat Purnam Udacyate
Purnasya Purnam Adaya
Purnam Evavashishyate

Om - Fülle hier, Fülle dort
Nimm von der Fülle,
nähre die Fülle.
Die Fülle bleibt immer die Fülle
(Mantra aus dem Hinduismus)

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Gedanken zum Monat Februar

Wandel

Immer wieder lese ich in diesen Tagen, die Erde befinde sich in einem großen Wandel. Wandel hat für mich immer etwas mit Aufbruch zu tun, damit dieser Wandel sich entfalten kann. Während ich dieses schreibe, sehe ich vor meinem inneren Auge eine Blume, deren Knospe aufbricht, diese sich wandelt und sich zu einer wunderschönen, blühenden Blume entfaltet.

Um an diesem irdischen Wandel teilhaben zu können, muss auch ich bereit zum Wandel sein - Altes darf gehen, damit Neues entstehen kann. Diesen Satz kann ich unterschreiben, wenn ich jedoch noch tiefer gehe stelle ich fest, dass noch etwas fehlt. Damit das Neue entstehen und sich ausbreiten kann, muss ich Verantwortung übernehmen und es mir vertraut machen. Erst dann wird es zu etwas Besonderem, so, wie es Antoine de Saint-Exupéry im Kleinen Prinzen schreibt: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“. Wenn ich diesen Satz jetzt weiterspinne, kommt mir der Gedanke, ob wir deshalb soweit von unserer Verantwortung für die Erde weggekommen sind, weil uns die konsumgelenkte und virtuelle Welt inzwischen näher ist, als unsere natürliche Umwelt! Das virtuelle Erleben geht sehr stark über das kognitive Wahrnehmen, das natürliche Erleben - das Fühlen, das Riechen, das Schmecken, das Tasten - wirkt sich hingegen stark auf unsere Emotionen aus.

Ich kann hier immer nur für mich sprechen: Wenn ich durch den Wald gehe und die kranken Bäume sehe oder wenn ich wahrnehme, dass immer weniger Vögel ihr Lied singen, fühle ich mich berührt. Wenn ich die Meldungen vom Waldsterben, von Waldbränden u.ä. im Fernsehen erfahre, bin ich auch berührt, aber auf einer anderen Ebene, es ist nicht so nahe und nicht so präsent, wie wenn ich mittendrin stehe.

Wir feiern am 02.02. das Jahreskreisfest Imbolc oder auch Lichtmess, ab diesem Zeitpunkt wächst tief in der Erde bereits wieder neues Leben. Wie wäre es, wenn wir in diesem Jahr versuchen, das neue Leben bewusster zu begrüßen und wahrzunehmen. Dann wird vielleicht die Pflanze am Waldesrand zur allerschönsten, weil wir ihr Zeit geschenkt haben, weil wir sie angeschaut haben, weil wir sie berührt haben, weil wir sie uns vertraut gemacht haben, weil wir sie gezähmt haben.

Da verstummte der Fuchs und schaute den kleinen Prinzen lange an:

»Bitte … zähme mich!«, sagte er.

 »Das würde ich gern tun«, antwortete der kleine Prinz, »aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge lernen.«

»Man versteht nur die Dinge, die man zähmt«, sagte der Fuchs. »Die Menschen haben keine Zeit mehr, um etwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Da es aber keine Läden für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, dann zähme mich!«

»Was muss ich machen?«, sagte der kleine Prinz.

»Du musst sehr geduldig sein«, antwortete der Fuchs. »Du wirst dich zunächst mit einem kleinen Abstand zu mir in das Gras setzen. Ich werde dich aus den Augenwinkeln aus anschauen und du wirst schweigen. Sprache ist eine große Quelle für Missverständnisse. Aber jeden Tag setzt du dich ein wenig näher …« Antoine de Saint-Exupéry

So kann bei jedem Einzelnen sich der Wandel vollziehen und sich wie eine Spirale von unten nach oben ausbreiten. Die Verantwortung bekommt dadurch einen ganz neuen Stellenwert.

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Gedanken zum Monat Januar

Das neue Jahr

Das neue Jahr möge sich anmutig und leichtvor dir ausbreiten.
Jeder Tag möge dich dazu einladen, aus ihm etwas ganz Besonderes zu machen,
damit du am Ende sagen kannst:
Vieles war gut.

(Christa Spilling-Nöker)

Als ich diese Gedanken verfassen wollte, war ich kurz am Fernseher hängen geblieben - „Bilder des Jahres 2019“, manchmal war ich erstaunt über das, was so alles in diesem Jahr stattgefunden hat. Andere Bilder aus Diktaturen, Kriegsregionen und Bilder von Umweltzerstörungen haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Wie selbstverständlich ist es für uns,

  • aus der Haustüre zu gehen, ohne Angst haben zu müssen,
  • seine Meinung vertreten zu dürfen, ohne Angst haben zu müssen,
  • in die Natur gehen zu können, ohne Angst haben zu müssen,
  • die Grundbedürfnisse als Normalität erfüllt zu bekommen.

Und doch sind diese für uns alltäglichen Dinge ganz, ganz vielen Menschen nicht selbstverständlich. Mich erfüllt dieses Bewusstsein, in einem Land leben zu dürfen, wo all dieses so selbstverständlich ist, mit viel Demut und Dankbarkeit. Das bedeutet nicht, dass ich alles, was bei uns geschieht als selbstverständlich ansehe und für gut empfinde. Teile unseres Wohlstandes gehen zu Lasten nachfolgender Generationen und Menschen aus anderen Ländern. Für mich ist es wichtig, mir dieses immer wieder bewusst zu machen und da wo es möglich ist in meinem Leben auch Korrekturen vorzunehmen.

In den Rauhnächten beschäftige ich mich derzeit intensiv mit den Archetypen der Frauen - einige von euch bekommen jeden Tag den Impuls zugesandt. Diese Auseinandersetzung zeigt mir immer deutlicher, wie wichtig es wird, die weiblichen Attribute in Frauenkreisen zu stärken. Die Natur braucht weibliche und männliche Kräfte in einem ausgewogenen Verhältnis.

Irgendwie scheint die Natur uns in diesem Winter etwas mitteilen zu wollen. Denn kommt nicht wirklich zur Ruhe. Die ersten Sträucher treiben schon aus. Stellte man sonst auf Barbara am 04.12. die kahlen Zweige einer Forsythie in die Vase, damit sie Weihnachten blühen, gibt es in diesem Jahr in der freien Natur bereits die ersten frische Blüten.

Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass auch diese 20er Jahre zu einem Wunderjahrzehnt werden - einem Wunderjahrzehnt,

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Gedanken zum Monat November

Halte dich nicht fest an der Form,
halte dich nicht fest.
Halte fest an deinem Wesen,
wandle, wandle dich.
(Gila Antara)



Die schönen Herbsttage lassen uns vergessen, dass der November mit großen Schritten auf uns zukommt - ein Monat, den viele Menschen gerne überspringen möchten. Nicht umsonst werden wir schon jetzt an allen Ecken an die bevorstehende Weihnachtszeit erinnert.Bunte Werbeblättchen rufen uns in großen Buchstaben bereits im Oktober "Frohe Weihnachten" zu. Dennoch gehört zu einer Geburt auch das Sterben, damit der Wandel in allen Konsequenzen vollzogen werden kann.

Der November lädt - wie kein anderer Monat - ein, sich mit der (eigenen) Endlichkeit zu beschäftigen. Wir denken an unsere Verstorbenen, sehen die Kargheit in der Natur und spüren vielleicht auch, dass es uns schwerfällt, das Hören in die eigene Stille zuzulassen. Wie gerne lassen wir uns ablenken durch die Medien, durch laute Musik usw. Was passiert in uns, wenn wir diese Stille zulassen? In einem kürzlich veröffentlichten Bericht las ich, wie stark die Zahl der an Depression erkrankten Menschen in den letzten Jahren gestiegen ist, was sicherlich auch mit dem inzwischen offenen Umgang mit dieser Erkrankung zusammenhängt. Dennoch ist es offensichtlich, dass immer mehr Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieren - und damit jeden Tag, an dem sie ihre eigene Lebendigkeit nicht wirklich wahrnehmen, spüren und leben einen kleinen Tod sterben.

Wir haben Angst vor dem Tod und versuchen, uns bis ins kleinste Detail abzusichern und vergessen dabei häufig, wirklich zu leben - d.h. mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Jeden Tag, an dem wir uns selbst verleugnen, sterben wir einen kleinen Tod. Jeden Tag, an dem wir nicht der Sehnsucht unseres Herzens folgen, sterben wir einen kleinen Tod. Doch warum verleugnen wir uns? Weil uns im Laufe unseres Lebens so viele „du musst“-, „du bist“-, „du solltest“-Samen eingepflanzt wurden, dass wir vergessen haben, was unser wirkliches Herzensanliegen ist. Ich denke, dass gerade der November jeden dazu einlädt, ehrlich mit sich selbst in Kontakt zu treten und zu schauen, wo etwas sterben darf oder wo es etwas zu „beerdigen“ gibt, damit ein neuer Herzenssame in die Erde gelegt werden kann - natürlich immer mit dem Verantwortungsbewusstsein des großen Ganzen.

In diesem Sinne lade ich dich ein:

„Erwach steh auf, leb deinen Traum,
geh ihm Schritt für Schritt entgegen.
Erwach steht auf, gib deiner Seele Raum
folg ihr Schritt für Schritt auf deinem Wege.
Sie führt dich, sie führt dich zu dir.“
(Sabine Bevendorff)

Ich wünsche dir, dass du wandeln kannst, was gewandelt werden möchte, los lassen kannst, was gehen möchte und evtl. Ängsten mit offenen Augen begegnen kannst. Das Leben findet immer JETZT in diesem Augenblick statt.  

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Gedanken zum Monat Oktober

Der Herbst ist in den letzten Tagen mit Macht in unser Leben getreten und  wirbelt vieles durcheinander. Wenn ich mich bewusst umschaue, habe ich das Gefühl, dass uns im Augenblick viele unterschiedliche Herbststürme in Bewegung halten und manche uns auch sprachlos machen.  

Wir haben vor einigen Tagen die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche gefeiert. Für einen winzig kleinen Augenblick war die Waage zwischen Tag und Nacht - zwischen Hell und Dunkel - zwischen Innen und Außen - vollkommen ausgeglichen. Dieser Moment ist so kostbar, wie das Leben im „Jetzt“ - ohne Vergangenheit und ohne Zukunft - verschmolzen mit dem bewussten Sein. Deshalb hat mir das oben genannte Gedicht so gut gefallen.

Dennoch möchte ich hier auch meine Gedanken zur dunkeln Zeit - in die wir jetzt gehen - festhalten. Wenn ich vorgenannte Aufzählung jetzt noch ergänze um „Gut und Böse“ würden wir doch alle das „Böse“ der Dunkelheit zuordnen. Bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass die Dunkelheit böse ist und bekämpft werden muss?

  Doch dunkel und hell sind zwei verschiedene Dynamiken, die sich ergänzen und zusammengehören wie Yin und Yang - wie männlich und weiblich. Keine ist böser oder besser als die andere, denn nur zusammen ergeben sie eine Einheit.  

Die Dunkelheit wird gerne der weiblichen Kraft zugeordnet. Sie ist der Ort, aus dem heraus alles geboren wird. Sie ist die nährende Kraft und lädt uns zum Träumen und Fühlen ein, sie behütet und beschützt uns. Außerdem geht eine große Sanftheit von ihr aus.

Geprägt von unserer Leistungsgesellschaft fällt es vielen schwer, diese Sanftheit zuzulassen. Dennoch habe ich immer mehr das Gefühl, dass wir genau diese Sanftheit (sich selbst, auch der Umwelt gegenüber) benötigen, um uns den großen Herausforderungen wie z.B. dem Klimawandel zu stellen.

Und so lade ich euch ein: Lasst euch bewusst ein in die Zeit, die jetzt vor uns liegt - außen die Herbststürme und innen die sanfte Dunkelheit. Ich bin überzeugt, dass wir dann in ihr Ruhe und Stille erfahren werden - und wenn wir uns ganz auf sie einlassen, finden wir UNS SELBST in ihr.

Ich wünsche dir viel Klarheit und Kraft beim Ausbalancieren deiner Waage. 

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Seelenorte im Sauerland

Als Teilnehmerin an Veranstaltungen zum Thema "Sauerland - Seelenorte" durfte ich mit dabei sein, besondere Orte im Sauerland zu beschreiben. Da ich persönlich eine besondere Bindung zum Rinsleyfelsen in Saalhausen habe, freue ich mich, dass auch dieser zu einem "Seelenorten" bestimmt wurde - einem Ort, mit einer besonderen Ausstrahlung, einem Ort, an dem die Seele zur Ruhe kommen kann.

Natürlich zählen auch viele andere Orte dazu - und jeder hat seine besondere Qualität. Ich lade herzlich ein, in dem Heft "Sauerland - Seelenorte" zu lesen und sich inspirieren zu lassen.

Sauerland - Seelenorte

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Gedanken zum Monat September

 In den diesen Tagen enden die Sommerferien. Wir dürfen gerade noch einmal einen wunderschönen Spätsommer genießen. Vieles spielt sich gerade „draußen“ in der Natur ab, seien es die unterschiedlichsten Feste oder auch viele sportliche Aktivitäten. Das sich ankündigende Jahreskreisfest der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche läutet langsam die Zeit ein, in der es wieder nach „drinnen“ geht. Für einen winzigen Augenblick halten sich „Innen“ und „Außen“ in der Waage und lädt uns dieses Fest dazu ein, wieder in unser eigenes Gleichgewicht zu gelangen - sowohl innen als auch außen.  

In einer Zeit der ständigen Erreichbarkeit ist es nicht einfach, auch mal Offline zu gehen - und in die Stille zu hören - was höre ich eigentlich, wenn ich nichts höre? Ist da wirklich nichts oder höre ich das Geplapper meiner Gedanken? Lass dich gerne einmal auf diesen Test ein! Ist es nicht ein Wunder der Natur, dass unser Gleichgewichtsorgan im Ohr liegt? Machen wir uns hier noch bewusst, dass unser Auge ins Außen führt - wir sehen in die Welt hinein, wo hingegen unser Ohr über die Schwingungen die Welt in uns aufnimmt.

Was geschieht eigentlich mit meinem Gleichgewicht, wenn ich im Fernsehen oder in den sozialen Medien negative Nachrichten empfange, z.B. über die Zerstörung des Regenwaldes? Bei mir kommen zunächst Gefühle der Ohn(e)-Macht, Wut und Angst um das Wohl unseres grünen Planeten auf. Doch wie komme ich jetzt wieder in mein Gleichgewicht? Vielleicht wandle ich meine Ohn(e)-Macht in Macht, meine Wut in Kraft und meine Angst in Stärke. So könnte ich z.B. meinen Fleischkonsum überdenken oder Lust bekommen, einen Baum zu pflanzen.

Gerne möchte ich an dieser Stelle einen Satz von Eckhart Tolle zu diesem Thema zitieren: „Wenn du mit einer Situation nicht einverstanden bist, ändere sie, verlasse sie oder akzeptiere sie.“ Dazu ist es jedoch erforderlich, dass wir uns die entsprechende Situation bewusst anschauen. Das Jahreskreisfest lädt uns wieder ein, einen Blick auf unsere Waage zu werfen - ist sie wirklich in der Waagerechten oder schlägt sie in der einen oder anderen Richtung aus.

Ich wünsche dir viel Klarheit und Kraft beim Ausbalancieren deiner Waage. 

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Gedanken zum Monat August 2019

 In diesen Tagen feiern wir das Jahreskreisfest Lughnasadh -die Schnitterin.

Mit ihrer Sichel in der Hand zieht sie über das Land, sie schneidet das Korn, bringt die Ernte ein und lehrt uns, zu durchtrennen. Diesem Jahreskreisfest wird häufig nicht so viel Bedeutung beigemessen, wie den anderen Jahreskreisfesten. Auch ich habe es bislang leider noch nicht im Kreis gefeiert, weil es immer in die Ferienzeit fällt.

Dieses Fest lehrt uns, das Rechte im Leben anzunehmen, das Gute zu sammeln und zu würdigen, aber auch alles, was uns vielleicht nicht so gut tut, vielleicht im Leben nicht gebraucht wird, loszulassen und durchzutrennen. Jetzt ist die Zeit, die persönliche Ernte einzubringen und zu erkennen, was in unserem Leben gereift ist und Früchte getragen hat. Hierbei dürfen wir unseren Blick auch auf das werfen, was zu süßen Früchten geführt hat, die weiterhin in unserem Leben sein dürfen. Die Schnitterin lehrt uns aber auch, all das zu durchtrennen, was nicht weiter zu uns gehören soll. Alles, was uns nicht gut genährt hat, ist keine gute Ernte und es wird Zeit, es loszulassen, es abzuschneiden, „nein“ zu sagen und es nicht weiter mit sich herum zu tragen. Es kommen der Herbst und der Winter und in diese Zeit können wir nicht alles mitnehmen. Wir müssen und dürfen uns auf das Wesentliche konzentrieren. 

Die Mondnacht

Es war, als hätt’ der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst’.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis’ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
 

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)


Doch warum habe ich das Mondgedicht ausgewählt? Der Mond zeigt uns jeden Monat, dass wir uns in einem Wechsel zwischen Fülle und Leere befinden. Die Wirtschaft, die Börse, die Politik, sie erzählen uns, dass alles immer wieder getoppt werden muss - schneller, höher, besser. Doch dass diese Botschaft nicht gesund ist, erkennen wir inzwischen an vielen Stellen.

Wenn wir jeden Monat den natürlichen Wechsel, den der Mond uns zeigt, mitgehen - wenn jeder sich wieder fragt: Was nährt mich? Was darf gehen? Womit fülle ich mich wieder neu? - ist der Schnitt der Schnitterin im Sommer unseres Lebens vielleicht nicht so radikal und wir können gestärkt in unseren Herbst wechseln.

Ich lade dich ein, bewusst wahrzunehmen, was dein Leben nährt und was es vielleicht auch schwächt.
Lass dir Zeit dabei.
Vielleicht findest du eine für dich stimmige Vision, die süßen Früchte für deinen persönlichen Herbst/ Winter zu kultivieren. Gleiches gilt natürlich auch für die Zöpfe, die es abzuschneiden gilt. Vielleicht kannst du stellvertretend dafür etwas aufschreiben und den Zettel verbrennen oder um einen Stein wickeln und in einem Fluss versenken.
Ich wünsche dir viel Klarheit und schöne Visionen, wenn du diese Übung machst.

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Gedanken zum Advent und den bevorstehenden Rauhnächten

 

Die Adventszeit lädt uns ein, immer wieder genau hinzuhören und hinzuspüren - auf unseren ureigenen Klang, unseren Herzschlag, unsere  Stimme - fernab aller Weihnachtsmärkte und allem vorweihnachtlichen Trubel.

 

Für mich ist die Adventszeit ein Art Fastenzeit - wir bereiten uns auf das neu erwachende (Sonnen-)Licht - was uns auch durch Christi Geburt, durch die Heilige Nacht, geschenkt wird - vor. Um uns herum wird der Anschein erweckt, dass es keine Dunkelheit, kein zur Ruhe kommen geben darf. Doch unser Körper und unsere Seele dürsten danach, einfach sein zu dürfen - auch mal eine innerliche Bestandsaufnahme zu machen. Die Natur lebt es uns vor. Sie hat sich in die Erde - in die Dunkelheit - zurückgezogen. Stellt euch mal vor ihr würdet jetzt nach draußen schauen und die Bäume ständen in voller Blüte. Das wäre schon ein ungewöhnliches Bild. So habe ich es auch vor einigen Tagen erlebt, als ich sah, dass im Kräutergarten nebenan noch eine einzelne Rose blüht. Das war für mich etwas ganz besonders - Ende November blüht hier im Sauerland eine Rose. So wünsche ich euch, dass es etwas Besonderes ist, wenn ihr euch im Außen zeigt und ihr euch viel Zeit für eure Innenschau schenkt.

 

 

Rauhnächte

 Im Anschluss an das Jahreskreisfest „Wintersonnenwende“ beginnen die Rauhnächte. Ich freue mich, wenn immer mehr Menschen, diese Zeit bewusst wahrnehmen und werde allen, die es wünschen, in der Zeit vom 21.12. bis zum 06.01.2019 täglich einen kleinen Impuls schicken. Bei Interesse einfach nur eine Mail an info@klangschichten.de und im Betreff "Rauhnächte" schreiben.

Die Rauhnächte gehen zurück auf das Mondjahr, das mit 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr. Als man vom Mond- zum Sonnenjahr übergegangen ist, waren elf Tage und 12 Nächte übrig - die heutigen Rauhnächte.  Nach der Wintersonnenwende beginnt die Kernzeit der Raunächte. Vom 21.12. bis zum 24.12. steht die Sonne still - diese Zeit kann zur Einstimmung auf die Rauhnächte genutzt werden. Die Rauhnächte hießen ursprünglich „Rauchnächte“, weil in dieser Zeit mit Kräutern geräuchert wurde, um dunkle Geister zu vertreiben und segenbringende willkommen zu heißen.  

Die erste Rauhnacht (24.12.) wendet sich an den ersten Mondmonat. Dieser beginnt am 6.1. und endet am 5.2., die zweite Rauhnacht (25.12.) betrifft die Zeit vom 6.2. bis 5.3. usw. Die Rauhnacht gilt immer für den ganzen Tag und die ganze Nacht.

In den Rauhnächten beobachten wir die Ereignisse und Begegnungen sehr genau. Dazu gibt es - wie oben genannt - einen täglichen Impuls. Die Rauhnächte sind eine magische Zeit, voller Märchen und alten Überlieferungen, aber auch eine Zeit, in der wir in unser Dunkel (unsere Innenwelt, unsere Tiefen) eintauchen dürfen, um dort Inspirationen und Antworten auf persönliche Fragen, Wünsche und Ideen zu finden. Die Rauhnächte unterstützen und aktivieren, die eigene Schöpferkraft. Durch diese bewusste Gestaltung der Rauhnachtszeit bereiten wir den Boden für das kommende Jahr.

Die Rauhnächte bieten einen besseren Zugang zur Seele als andere Tage. Sie sind jedoch (k)ein Wunschkonzert. Durch Bewusstseinserweiterung arbeitet jeder konstruktiv an der Entwicklung des eigenen Lebens mit, unbewusste Kräfte werden in unser Bewusstsein integriert, damit wir konstruktiv an den Veränderungen in unserem Leben mitwirken können. Alles was wir an Träumen, Visionen, Wünschen in uns tragen, darf wahr werden - es ist schon DA - es ist schon ein Teil von uns. Jedoch haben wir es bislang noch nicht ins Leben integriert. In den Rauhnächten stellen wir wieder eine Verbindung all zu unseren Wesensanteilen her.

Zuvor ist es jedoch wichtig, das alte Jahr in Ruhe abzuschließen. Damit Neues entstehen kann, muss Altes gehen dürfen. Dazu gehen wir Monat für Monat in das letzte Jahr zurück und schauen, was noch unerledigt ist. Alles was zurückgegeben werden will, gibt man vor der 1. Rauhnacht zurück. Weiterhin gehören zum Abschluss des Jahres (also vor den Rauhnächten) Dankbarkeitsrituale. Das alte Jahr sollte bis zum 13.12. (Luzia) abgeschlossen sein.
Alle, die sich auf die Rauhnächte einlassen möchten und den täglichen Impuls wünschen, beginnen ab dem 21.12. mit den Vorbereitungen. Es liegt an jedem einzelnen, wie viel Zeit und Raum ihr euren Rauhnächten gebt. 

  

Gedanken zum November

Vor einigen Tagen haben wir Samhain - ein keltisches Jahreskreisfest gefeiert. Ein Totenfest, welches den Übergang von der hellen in die dunkle Zeit feiert. Mir ist die Kraft dieses Festes in diesem Jahr besonders aufgefallen. Bis vor zwei Wochen waren wir noch von der Sonne verwöhnt. Dann kam alles zusammen: Regen, Schnee, Nebel, Zeitumstellung. Wir sind praktisch in die dunkle Zeit katapultiert worden.

Diese neue Zeit dürfen wir auch als ein Geschenk ansehen. Ein Geschenk, uns Zeit für uns selbst zu nehmen, uns zurückzuziehen und vor allem auch Abschied zu nehmen, von Dingen, Menschen, Plänen, die vielleicht gar nicht zu uns und zu unserem Leben gehören. Nur dann entstehen Zeit und Raum für Neues. Die Natur lebt es uns in jedem Jahr vor. Während wir im Außen das Triste und Kahle sehen, wächst im Inneren neues Leben. Dieses kann aber nur dadurch geschehen, weil Altes sterben darf.

Von diesem Kreislauf sind wir ständig umgeben - wachsen und werden, sterben und vergehen. Licht kann ohne Dunkelheit nicht bestehen. Wenn wir uns diesen Kreislauf immer wieder bewusst machen, lernen wir vielleicht immer mehr, das, was gerade ist, anzunehmen, es zu fühlen und als Teil unseres Lebens zu sehen. So können wir immer mehr zu unserem inneren Frieden finden. Die Dunkelheit ist nicht böse. Ich würde mir wünschen oder mich freuen, wenn immer mehr Menschen bewusst in diese Dunkelheit eintauchen, sie wahrnehmen und ihre besondere Kraft verspüren - ohne gleich in einen Lichterkettenrausch zu verfallen.

Dieses Annehmen was ist - ohne es zu bewerten und in bestimmte Schubladen einzusortieren - ist auch das Thema der Eckhart-Tolle-Abende. Das heißt nicht, dass alles gut ist und ich mit allem einverstanden bin. Wenn ich jedoch den jetzigen Augenblick so annehme, wie er ist und gegenwärtig bleibe, gehe ich nicht in der Widerstand. Denn das bedeutet immer Kampf und im Kampf geht die Leichtigkeit verloren, dann wird alles anstrengend. …Kampf, um eine Position, ein Ziel…. Diese Aufzählung lässt sich sicherlich noch ergänzen. Und so möchte ich gerne schon einmal den Satz, den ich auch unten in der Terminankündigung für den ET-Abend schreibe, zitieren: „Was ist, darf sein - was sein darf, ändert sich“. 

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Ein interessanter Bericht über die Wirkungsweise der Klangentspannung. 

Schauen Sie sich hier einen Beitrag des WDR "Hier und Heute" - Zeit für mich - vom 16.10.2018 an: 

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Meister Eckhart über die Liebe

"Ein Weiser wurde gefragt, 
welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, 
welches der bedeutendste Mensch, der ihm begegnet, 
und welches das notwendigste Werk sei.

Die Antwort lautete:

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, 
der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, 
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe"


Gerade dieser Sommer hat uns mit seiner starken Sonnenkraft immer wieder in die Langsamkeit geführt. Für mich ist diese Langsamkeit die Vorstufe zur Gegenwärtigkeit, zur Bewusstheit, zum „Jetzt“. Deshalb sprach mich auch der obige Text an. Wir können nicht hetzen und dabei gleichzeitig bewusst wahrnehmen. So birgt sich in diesem langen und heißen Sommer auch eine ganz besondere Qualität. Ich wünsche allen, dass sich diese Kraft immer mehr entfalten kann, auch wenn jetzt immer mehr der Alltag wieder Einzug hält.

Der sich ankündigende Herbst klopft schon langsam an und so stehen wir zum zweiten Mal in diesem Jahr vor einer Schwelle - Tag und Nacht halten sich die Waage. Während wir uns im Frühjahr bei der Tag-und-Nacht-Gleiche auf den Sommer einstimmen - begleitet von starker Freude, auf eine Zeit der Fülle, Wärme und Leichtigkeit, gehen wir jetzt auf die dunkle Zeit zu. Wir fahren die Ernte des Sommers ein und dürfen für das danken, was uns geschenkt wurde. Bei dieser Freude schleichen sich häufig auch mulmige Gefühle ein, wie z.B. die Angst vor der dunklen Zeit. Aber gerade jetzt dürfen wir wieder mehr nach innen sehen und uns der Schätze gewahr werden, die wir in uns tragen. 

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Sommersonnenwende

Vor einigen Tagen haben wir die Sommersonnenwende gefeiert, es war ein schöner milder Sommerabend. Mitten in dieser „Hochzeit“ der Sonne wird uns deutlich, dass ab jetzt die Tage wieder kürzer werden. Dieser Wandel wird in einer Spirale sehr schön deutlich. Es geht immer weiter, wenn der Wandel kommt, gibt er uns die Gelegenheit, dass wir uns weiten, das wir wachsen dürfen. Wir können einen neuen Blickwinkel einnehmen. Wenn wir das Leben nur linear betrachten, fühlt es sich für mich fest und starr an.

Beim Tanzen der Spirale wird dieser Wandel zwischen „in sich gehen“ und „sich im Außen zeigen“ körperlich spürbar, wie ich finde, ein kostbares Geschenk. Ich glaube, dass sich unser Körper durch die Rituale (Singen, Tanzen, Meditation, die Natur wahrnehmen) an etwas erinnert und diesem einen Ausdruck gibt. Dieses Körpererleben finde ich so wertvoll: wahrnehmen, spüren, bei sich sein. Denn häufig geht dieses im Alltag unter, weil wir im Kopf - im Denken - verhaftet sind.

Der bevorstehende Sommer lädt uns ein, aufzutanken, in die Natur zu gehen und die eigene Schale aufzufüllen, damit wir uns in den dunklen Zeiten daraus nähren können. Mir fällt dazu die wunderschöne Kindergeschichte von Helma Heine ein: „Frederik“: Die kleine Feldmaus, die im Sommer Farben, Klänge, Düfte und Geschichten sammelt, während alle um ihn herum eifrig Vorräte sammeln, um für den Winter gerüstet zu sein. Als diese Vorräte im Winter fast aufgebraucht und es vielen seiner Freunde in der dunklen Jahreszeit nicht mehr so gutgeht, gibt Frederik seine Erinnerungen an die Farben, Klänge und Düfte an seine Freunde weiter, damit diese wieder mehr Lebensfreude bekommen.  

Ich finde diese Geschichte beschreibt wunderbar, wie wichtig es für uns ist, die Sommerzeit zu nutzen, um einzutauchen in die Vielfalt der Natur und möglichst viel Zeit dort zu verbringen.

In diesem Sinne: lasst uns tanzen, singen, lachen und genießen! - Damit unsere Schale gut gefüllt wird

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Gleichgewicht

Vor einigen Tagen haben wir die Frühjahrstagundnachtgleiche gefeiert. Frühjahrstagundnachtgleiche feiert einen der beiden kostbarsten Tage im Jahreskreis, an dem sich Licht und Dunkel  die Waage halten. Wir Menschen, die sich auch häufig nicht im Gleichgewicht fühlen, übersehen schnell, dass es in der Natur auch nur diese beiden Punkte gibt. Wenn wir dann an unser menschliches Wachstum denken, welches ja analog zur Natur verläuft, so scheint dieser Balanceakt nur selten für die Entwicklung nötig zu sein. Er gibt uns im Frühjahr aber den Anstoß, den wir brauchen, um unsere „Lichtmess-Visionen“ im wahren Leben manifestieren zu können. Was bislang nicht greifbar war, gilt es jetzt in konkrete (erdige) Taten umzusetzen. Das erfordert auch manchmal Kraft, die ich allen wünsche.

Nachstehend noch eine Übung, sich mit der Kraft des Frühlings zu verbinden bzw. sich dieser gewahr zu werden, möchte ich euch noch mit auf den Weg geben:

Experimentiere mit der Kraft der liegenden Acht:

Wer mag, kann sich mit der Kraft der liegenden Acht verbinden. Sie ist ein Symbol sowohl für das Unendliche, als auch für das Polare und die Dualität hier auf der Erde. Sie trägt das Männliche und das Weibliche, das Oben und Unten, das Innen und das Außen, das Yin und das Yang in sich. Experimentiert mit der liegenden Acht - legt euch dazu eine ruhige Musik auf und bewegt euch zu der liegenden Acht, vielleicht indem ihr diese mit den Händen nachmalt, mit den Füßen auf dem Boden die liegende Acht geht oder diese mit der Hüfte, der Nase…. nachzeichnet. Eure Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

März 2018

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Warum ist ein ausgewogenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden so wichtig?

Mehrere Gespräche, die ich in letzter Zeit geführt habe, haben mir deutlich gemacht, wie gehetzt viele Menschen durch das Leben gehen. Der berufliche Druck steigt, familiär sind häufig Eltern zu versorgen und dann sind da die Kinder und Enkelkinder, Haushalt…

Was passiert eigentlich mit unserem Nervensystem, wenn es immer auf Hochtouren arbeitet? Der Sympathikus übernimmt die Führungsrolle:
Der Körper fühlt sich bedroht und stellt sich darauf ein, jederzeit kämpfen oder fliehen zu können. Er ist in allerhöchster Alarmbereitschaft. Dazu werden z.B. die Bronchien und die Pupillen erweitert und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig reduzieren die Organe, die bei dem Kampf oder der Flucht nicht benötigt werden, wie z.B. der Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse ihre Tätigkeiten. Diese Vorstellung zeigt mir, wie wichtig es ist, sich immer wieder Augenblicke zu schaffen, in denen der Körper entspannen kann.
Denn dann wird der Parasympathikus – der Gegenspieler des Sympathikus – aktiv. Dieser sorgt dafür, dass sich die Bronchien und die Pupillen verengen, der Magen-Darm-Trakt und die Bauchspeicheldrüse wieder aktiviert werden. Dieses kleine Beispiel verdeutlicht, wie wichtig ein ausgeglichenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden ist. 

Gerne gebe ich euch hier auch noch ein paar kleine Tipps, wie ihr immer mal wieder in die Entspannung kommen könnt:
Konzentriert euch auf eure Atmung und atmet zunächst mit der sogenannten Lippenbremse (Lippenstellung, als wolltet ihr pfeifen) aus. Nach einiger Zeit könnt ihr beim Ausatmen summen, schnurren oder singen. Wichtig ist, dass die Betonung auf der Ausatmung liegt. Durch diese Kehlkopfvibrationen, die sich im Körper ausbreiten, könnt ihr gut euren Parasympathikus aktivieren. Das Schöne bei dieser Übung ist, dass ihr sie (fast) überall einsetzen könnt. Vielleicht sollte man mal an der Kassenschlange das Experiment wagen und diese Übung machen! Mal abwarten, was passiert und wie viele Menschen sich anstecken lassen!
😊
(SB01/2018)