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Klangschichten

Atem - Klang - Stimme

Gedanken zum November

Vor einigen Tagen haben wir Samhain - ein keltisches Jahreskreisfest gefeiert. Ein Totenfest, welches den Übergang von der hellen in die dunkle Zeit feiert. Mir ist die Kraft dieses Festes in diesem Jahr besonders aufgefallen. Bis vor zwei Wochen waren wir noch von der Sonne verwöhnt. Dann kam alles zusammen: Regen, Schnee, Nebel, Zeitumstellung. Wir sind praktisch in die dunkle Zeit katapultiert worden.

Diese neue Zeit dürfen wir auch als ein Geschenk ansehen. Ein Geschenk, uns Zeit für uns selbst zu nehmen, uns zurückzuziehen und vor allem auch Abschied zu nehmen, von Dingen, Menschen, Plänen, die vielleicht gar nicht zu uns und zu unserem Leben gehören. Nur dann entstehen Zeit und Raum für Neues. Die Natur lebt es uns in jedem Jahr vor. Während wir im Außen das Triste und Kahle sehen, wächst im Inneren neues Leben. Dieses kann aber nur dadurch geschehen, weil Altes sterben darf.

Von diesem Kreislauf sind wir ständig umgeben - wachsen und werden, sterben und vergehen. Licht kann ohne Dunkelheit nicht bestehen. Wenn wir uns diesen Kreislauf immer wieder bewusst machen, lernen wir vielleicht immer mehr, das, was gerade ist, anzunehmen, es zu fühlen und als Teil unseres Lebens zu sehen. So können wir immer mehr zu unserem inneren Frieden finden. Die Dunkelheit ist nicht böse. Ich würde mir wünschen oder mich freuen, wenn immer mehr Menschen bewusst in diese Dunkelheit eintauchen, sie wahrnehmen und ihre besondere Kraft verspüren - ohne gleich in einen Lichterkettenrausch zu verfallen.

Dieses Annehmen was ist - ohne es zu bewerten und in bestimmte Schubladen einzusortieren - ist auch das Thema der Eckhart-Tolle-Abende. Das heißt nicht, dass alles gut ist und ich mit allem einverstanden bin. Wenn ich jedoch den jetzigen Augenblick so annehme, wie er ist und gegenwärtig bleibe, gehe ich nicht in der Widerstand. Denn das bedeutet immer Kampf und im Kampf geht die Leichtigkeit verloren, dann wird alles anstrengend. …Kampf, um eine Position, ein Ziel…. Diese Aufzählung lässt sich sicherlich noch ergänzen. Und so möchte ich gerne schon einmal den Satz, den ich auch unten in der Terminankündigung für den ET-Abend schreibe, zitieren: „Was ist, darf sein - was sein darf, ändert sich“. 

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Ein interessanter Bericht über die Wirkungsweise der Klangentspannung. 

Schauen Sie sich hier einen Beitrag des WDR "Hier und Heute" - Zeit für mich - vom 16.10.2018 an: 

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Meister Eckhart über die Liebe

"Ein Weiser wurde gefragt, 
welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, 
welches der bedeutendste Mensch, der ihm begegnet, 
und welches das notwendigste Werk sei.

Die Antwort lautete:

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, 
der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, 
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe"


Gerade dieser Sommer hat uns mit seiner starken Sonnenkraft immer wieder in die Langsamkeit geführt. Für mich ist diese Langsamkeit die Vorstufe zur Gegenwärtigkeit, zur Bewusstheit, zum „Jetzt“. Deshalb sprach mich auch der obige Text an. Wir können nicht hetzen und dabei gleichzeitig bewusst wahrnehmen. So birgt sich in diesem langen und heißen Sommer auch eine ganz besondere Qualität. Ich wünsche allen, dass sich diese Kraft immer mehr entfalten kann, auch wenn jetzt immer mehr der Alltag wieder Einzug hält.

Der sich ankündigende Herbst klopft schon langsam an und so stehen wir zum zweiten Mal in diesem Jahr vor einer Schwelle - Tag und Nacht halten sich die Waage. Während wir uns im Frühjahr bei der Tag-und-Nacht-Gleiche auf den Sommer einstimmen - begleitet von starker Freude, auf eine Zeit der Fülle, Wärme und Leichtigkeit, gehen wir jetzt auf die dunkle Zeit zu. Wir fahren die Ernte des Sommers ein und dürfen für das danken, was uns geschenkt wurde. Bei dieser Freude schleichen sich häufig auch mulmige Gefühle ein, wie z.B. die Angst vor der dunklen Zeit. Aber gerade jetzt dürfen wir wieder mehr nach innen sehen und uns der Schätze gewahr werden, die wir in uns tragen. 

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Sommersonnenwende

Vor einigen Tagen haben wir die Sommersonnenwende gefeiert, es war ein schöner milder Sommerabend. Mitten in dieser „Hochzeit“ der Sonne wird uns deutlich, dass ab jetzt die Tage wieder kürzer werden. Dieser Wandel wird in einer Spirale sehr schön deutlich. Es geht immer weiter, wenn der Wandel kommt, gibt er uns die Gelegenheit, dass wir uns weiten, das wir wachsen dürfen. Wir können einen neuen Blickwinkel einnehmen. Wenn wir das Leben nur linear betrachten, fühlt es sich für mich fest und starr an.

Beim Tanzen der Spirale wird dieser Wandel zwischen „in sich gehen“ und „sich im Außen zeigen“ körperlich spürbar, wie ich finde, ein kostbares Geschenk. Ich glaube, dass sich unser Körper durch die Rituale (Singen, Tanzen, Meditation, die Natur wahrnehmen) an etwas erinnert und diesem einen Ausdruck gibt. Dieses Körpererleben finde ich so wertvoll: wahrnehmen, spüren, bei sich sein. Denn häufig geht dieses im Alltag unter, weil wir im Kopf - im Denken - verhaftet sind.

Der bevorstehende Sommer lädt uns ein, aufzutanken, in die Natur zu gehen und die eigene Schale aufzufüllen, damit wir uns in den dunklen Zeiten daraus nähren können. Mir fällt dazu die wunderschöne Kindergeschichte von Helma Heine ein: „Frederik“: Die kleine Feldmaus, die im Sommer Farben, Klänge, Düfte und Geschichten sammelt, während alle um ihn herum eifrig Vorräte sammeln, um für den Winter gerüstet zu sein. Als diese Vorräte im Winter fast aufgebraucht und es vielen seiner Freunde in der dunklen Jahreszeit nicht mehr so gutgeht, gibt Frederik seine Erinnerungen an die Farben, Klänge und Düfte an seine Freunde weiter, damit diese wieder mehr Lebensfreude bekommen.  

Ich finde diese Geschichte beschreibt wunderbar, wie wichtig es für uns ist, die Sommerzeit zu nutzen, um einzutauchen in die Vielfalt der Natur und möglichst viel Zeit dort zu verbringen.

In diesem Sinne: lasst uns tanzen, singen, lachen und genießen! - Damit unsere Schale gut gefüllt wird

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Gleichgewicht

Vor einigen Tagen haben wir die Frühjahrstagundnachtgleiche gefeiert. Frühjahrstagundnachtgleiche feiert einen der beiden kostbarsten Tage im Jahreskreis, an dem sich Licht und Dunkel  die Waage halten. Wir Menschen, die sich auch häufig nicht im Gleichgewicht fühlen, übersehen schnell, dass es in der Natur auch nur diese beiden Punkte gibt. Wenn wir dann an unser menschliches Wachstum denken, welches ja analog zur Natur verläuft, so scheint dieser Balanceakt nur selten für die Entwicklung nötig zu sein. Er gibt uns im Frühjahr aber den Anstoß, den wir brauchen, um unsere „Lichtmess-Visionen“ im wahren Leben manifestieren zu können. Was bislang nicht greifbar war, gilt es jetzt in konkrete (erdige) Taten umzusetzen. Das erfordert auch manchmal Kraft, die ich allen wünsche.

Nachstehend noch eine Übung, sich mit der Kraft des Frühlings zu verbinden bzw. sich dieser gewahr zu werden, möchte ich euch noch mit auf den Weg geben:

Experimentiere mit der Kraft der liegenden Acht:

Wer mag, kann sich mit der Kraft der liegenden Acht verbinden. Sie ist ein Symbol sowohl für das Unendliche, als auch für das Polare und die Dualität hier auf der Erde. Sie trägt das Männliche und das Weibliche, das Oben und Unten, das Innen und das Außen, das Yin und das Yang in sich. Experimentiert mit der liegenden Acht - legt euch dazu eine ruhige Musik auf und bewegt euch zu der liegenden Acht, vielleicht indem ihr diese mit den Händen nachmalt, mit den Füßen auf dem Boden die liegende Acht geht oder diese mit der Hüfte, der Nase…. nachzeichnet. Eure Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

März 2018

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Warum ist ein ausgewogenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden so wichtig?

Mehrere Gespräche, die ich in letzter Zeit geführt habe, haben mir deutlich gemacht, wie gehetzt viele Menschen durch das Leben gehen. Der berufliche Druck steigt, familiär sind häufig Eltern zu versorgen und dann sind da die Kinder und Enkelkinder, Haushalt…

Was passiert eigentlich mit unserem Nervensystem, wenn es immer auf Hochtouren arbeitet? Der Sympathikus übernimmt die Führungsrolle:
Der Körper fühlt sich bedroht und stellt sich darauf ein, jederzeit kämpfen oder fliehen zu können. Er ist in allerhöchster Alarmbereitschaft. Dazu werden z.B. die Bronchien und die Pupillen erweitert und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig reduzieren die Organe, die bei dem Kampf oder der Flucht nicht benötigt werden, wie z.B. der Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse ihre Tätigkeiten. Diese Vorstellung zeigt mir, wie wichtig es ist, sich immer wieder Augenblicke zu schaffen, in denen der Körper entspannen kann.
Denn dann wird der Parasympathikus – der Gegenspieler des Sympathikus – aktiv. Dieser sorgt dafür, dass sich die Bronchien und die Pupillen verengen, der Magen-Darm-Trakt und die Bauchspeicheldrüse wieder aktiviert werden. Dieses kleine Beispiel verdeutlicht, wie wichtig ein ausgeglichenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden ist. 

Gerne gebe ich euch hier auch noch ein paar kleine Tipps, wie ihr immer mal wieder in die Entspannung kommen könnt:
Konzentriert euch auf eure Atmung und atmet zunächst mit der sogenannten Lippenbremse (Lippenstellung, als wolltet ihr pfeifen) aus. Nach einiger Zeit könnt ihr beim Ausatmen summen, schnurren oder singen. Wichtig ist, dass die Betonung auf der Ausatmung liegt. Durch diese Kehlkopfvibrationen, die sich im Körper ausbreiten, könnt ihr gut euren Parasympathikus aktivieren. Das Schöne bei dieser Übung ist, dass ihr sie (fast) überall einsetzen könnt. Vielleicht sollte man mal an der Kassenschlange das Experiment wagen und diese Übung machen! Mal abwarten, was passiert und wie viele Menschen sich anstecken lassen!
😊
(SB01/2018)