UA-101753529-1

Klangschichten

Atem - Klang - Stimme

 

Gedanken zum Monat November

Halte dich nicht fest an der Form,
halte dich nicht fest.
Halte fest an deinem Wesen,
wandle, wandle dich.
(Gila Antara)



Die schönen Herbsttage lassen uns vergessen, dass der November mit großen Schritten auf uns zukommt - ein Monat, den viele Menschen gerne überspringen möchten. Nicht umsonst werden wir schon jetzt an allen Ecken an die bevorstehende Weihnachtszeit erinnert.Bunte Werbeblättchen rufen uns in großen Buchstaben bereits im Oktober "Frohe Weihnachten" zu. Dennoch gehört zu einer Geburt auch das Sterben, damit der Wandel in allen Konsequenzen vollzogen werden kann.

Der November lädt - wie kein anderer Monat - ein, sich mit der (eigenen) Endlichkeit zu beschäftigen. Wir denken an unsere Verstorbenen, sehen die Kargheit in der Natur und spüren vielleicht auch, dass es uns schwerfällt, das Hören in die eigene Stille zuzulassen. Wie gerne lassen wir uns ablenken durch die Medien, durch laute Musik usw. Was passiert in uns, wenn wir diese Stille zulassen? In einem kürzlich veröffentlichten Bericht las ich, wie stark die Zahl der an Depression erkrankten Menschen in den letzten Jahren gestiegen ist, was sicherlich auch mit dem inzwischen offenen Umgang mit dieser Erkrankung zusammenhängt. Dennoch ist es offensichtlich, dass immer mehr Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieren - und damit jeden Tag, an dem sie ihre eigene Lebendigkeit nicht wirklich wahrnehmen, spüren und leben einen kleinen Tod sterben.

Wir haben Angst vor dem Tod und versuchen, uns bis ins kleinste Detail abzusichern und vergessen dabei häufig, wirklich zu leben - d.h. mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Jeden Tag, an dem wir uns selbst verleugnen, sterben wir einen kleinen Tod. Jeden Tag, an dem wir nicht der Sehnsucht unseres Herzens folgen, sterben wir einen kleinen Tod. Doch warum verleugnen wir uns? Weil uns im Laufe unseres Lebens so viele „du musst“-, „du bist“-, „du solltest“-Samen eingepflanzt wurden, dass wir vergessen haben, was unser wirkliches Herzensanliegen ist. Ich denke, dass gerade der November jeden dazu einlädt, ehrlich mit sich selbst in Kontakt zu treten und zu schauen, wo etwas sterben darf oder wo es etwas zu „beerdigen“ gibt, damit ein neuer Herzenssame in die Erde gelegt werden kann - natürlich immer mit dem Verantwortungsbewusstsein des großen Ganzen.

In diesem Sinne lade ich dich ein:

„Erwach steh auf, leb deinen Traum,
geh ihm Schritt für Schritt entgegen.
Erwach steht auf, gib deiner Seele Raum
folg ihr Schritt für Schritt auf deinem Wege.
Sie führt dich, sie führt dich zu dir.“
(Sabine Bevendorff)

Ich wünsche dir, dass du wandeln kannst, was gewandelt werden möchte, los lassen kannst, was gehen möchte und evtl. Ängsten mit offenen Augen begegnen kannst. Das Leben findet immer JETZT in diesem Augenblick statt.  

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Gedanken zum Monat Oktober

Der Herbst ist in den letzten Tagen mit Macht in unser Leben getreten und  wirbelt vieles durcheinander. Wenn ich mich bewusst umschaue, habe ich das Gefühl, dass uns im Augenblick viele unterschiedliche Herbststürme in Bewegung halten und manche uns auch sprachlos machen.  

Wir haben vor einigen Tagen die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche gefeiert. Für einen winzig kleinen Augenblick war die Waage zwischen Tag und Nacht - zwischen Hell und Dunkel - zwischen Innen und Außen - vollkommen ausgeglichen. Dieser Moment ist so kostbar, wie das Leben im „Jetzt“ - ohne Vergangenheit und ohne Zukunft - verschmolzen mit dem bewussten Sein. Deshalb hat mir das oben genannte Gedicht so gut gefallen.

Dennoch möchte ich hier auch meine Gedanken zur dunkeln Zeit - in die wir jetzt gehen - festhalten. Wenn ich vorgenannte Aufzählung jetzt noch ergänze um „Gut und Böse“ würden wir doch alle das „Böse“ der Dunkelheit zuordnen. Bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass die Dunkelheit böse ist und bekämpft werden muss?

  Doch dunkel und hell sind zwei verschiedene Dynamiken, die sich ergänzen und zusammengehören wie Yin und Yang - wie männlich und weiblich. Keine ist böser oder besser als die andere, denn nur zusammen ergeben sie eine Einheit.  

Die Dunkelheit wird gerne der weiblichen Kraft zugeordnet. Sie ist der Ort, aus dem heraus alles geboren wird. Sie ist die nährende Kraft und lädt uns zum Träumen und Fühlen ein, sie behütet und beschützt uns. Außerdem geht eine große Sanftheit von ihr aus.

Geprägt von unserer Leistungsgesellschaft fällt es vielen schwer, diese Sanftheit zuzulassen. Dennoch habe ich immer mehr das Gefühl, dass wir genau diese Sanftheit (sich selbst, auch der Umwelt gegenüber) benötigen, um uns den großen Herausforderungen wie z.B. dem Klimawandel zu stellen.

Und so lade ich euch ein: Lasst euch bewusst ein in die Zeit, die jetzt vor uns liegt - außen die Herbststürme und innen die sanfte Dunkelheit. Ich bin überzeugt, dass wir dann in ihr Ruhe und Stille erfahren werden - und wenn wir uns ganz auf sie einlassen, finden wir UNS SELBST in ihr.

Ich wünsche dir viel Klarheit und Kraft beim Ausbalancieren deiner Waage. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Seelenorte im Sauerland

Als Teilnehmerin an Veranstaltungen zum Thema "Sauerland - Seelenorte" durfte ich mit dabei sein, besondere Orte im Sauerland zu beschreiben. Da ich persönlich eine besondere Bindung zum Rinsleyfelsen in Saalhausen habe, freue ich mich, dass auch dieser zu einem "Seelenorten" bestimmt wurde - einem Ort, mit einer besonderen Ausstrahlung, einem Ort, an dem die Seele zur Ruhe kommen kann.

Natürlich zählen auch viele andere Orte dazu - und jeder hat seine besondere Qualität. Ich lade herzlich ein, in dem Heft "Sauerland - Seelenorte" zu lesen und sich inspirieren zu lassen.

Sauerland - Seelenorte

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gedanken zum Monat September

 In den diesen Tagen enden die Sommerferien. Wir dürfen gerade noch einmal einen wunderschönen Spätsommer genießen. Vieles spielt sich gerade „draußen“ in der Natur ab, seien es die unterschiedlichsten Feste oder auch viele sportliche Aktivitäten. Das sich ankündigende Jahreskreisfest der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche läutet langsam die Zeit ein, in der es wieder nach „drinnen“ geht. Für einen winzigen Augenblick halten sich „Innen“ und „Außen“ in der Waage und lädt uns dieses Fest dazu ein, wieder in unser eigenes Gleichgewicht zu gelangen - sowohl innen als auch außen.  

In einer Zeit der ständigen Erreichbarkeit ist es nicht einfach, auch mal Offline zu gehen - und in die Stille zu hören - was höre ich eigentlich, wenn ich nichts höre? Ist da wirklich nichts oder höre ich das Geplapper meiner Gedanken? Lass dich gerne einmal auf diesen Test ein! Ist es nicht ein Wunder der Natur, dass unser Gleichgewichtsorgan im Ohr liegt? Machen wir uns hier noch bewusst, dass unser Auge ins Außen führt - wir sehen in die Welt hinein, wo hingegen unser Ohr über die Schwingungen die Welt in uns aufnimmt.

Was geschieht eigentlich mit meinem Gleichgewicht, wenn ich im Fernsehen oder in den sozialen Medien negative Nachrichten empfange, z.B. über die Zerstörung des Regenwaldes? Bei mir kommen zunächst Gefühle der Ohn(e)-Macht, Wut und Angst um das Wohl unseres grünen Planeten auf. Doch wie komme ich jetzt wieder in mein Gleichgewicht? Vielleicht wandle ich meine Ohn(e)-Macht in Macht, meine Wut in Kraft und meine Angst in Stärke. So könnte ich z.B. meinen Fleischkonsum überdenken oder Lust bekommen, einen Baum zu pflanzen.

Gerne möchte ich an dieser Stelle einen Satz von Eckhart Tolle zu diesem Thema zitieren: „Wenn du mit einer Situation nicht einverstanden bist, ändere sie, verlasse sie oder akzeptiere sie.“ Dazu ist es jedoch erforderlich, dass wir uns die entsprechende Situation bewusst anschauen. Das Jahreskreisfest lädt uns wieder ein, einen Blick auf unsere Waage zu werfen - ist sie wirklich in der Waagerechten oder schlägt sie in der einen oder anderen Richtung aus.

Ich wünsche dir viel Klarheit und Kraft beim Ausbalancieren deiner Waage. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gedanken zum Monat August 2019

 In diesen Tagen feiern wir das Jahreskreisfest Lughnasadh -die Schnitterin.

Mit ihrer Sichel in der Hand zieht sie über das Land, sie schneidet das Korn, bringt die Ernte ein und lehrt uns, zu durchtrennen. Diesem Jahreskreisfest wird häufig nicht so viel Bedeutung beigemessen, wie den anderen Jahreskreisfesten. Auch ich habe es bislang leider noch nicht im Kreis gefeiert, weil es immer in die Ferienzeit fällt.

Dieses Fest lehrt uns, das Rechte im Leben anzunehmen, das Gute zu sammeln und zu würdigen, aber auch alles, was uns vielleicht nicht so gut tut, vielleicht im Leben nicht gebraucht wird, loszulassen und durchzutrennen. Jetzt ist die Zeit, die persönliche Ernte einzubringen und zu erkennen, was in unserem Leben gereift ist und Früchte getragen hat. Hierbei dürfen wir unseren Blick auch auf das werfen, was zu süßen Früchten geführt hat, die weiterhin in unserem Leben sein dürfen. Die Schnitterin lehrt uns aber auch, all das zu durchtrennen, was nicht weiter zu uns gehören soll. Alles, was uns nicht gut genährt hat, ist keine gute Ernte und es wird Zeit, es loszulassen, es abzuschneiden, „nein“ zu sagen und es nicht weiter mit sich herum zu tragen. Es kommen der Herbst und der Winter und in diese Zeit können wir nicht alles mitnehmen. Wir müssen und dürfen uns auf das Wesentliche konzentrieren. 

Die Mondnacht

Es war, als hätt’ der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst’.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis’ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
 

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)


Doch warum habe ich das Mondgedicht ausgewählt? Der Mond zeigt uns jeden Monat, dass wir uns in einem Wechsel zwischen Fülle und Leere befinden. Die Wirtschaft, die Börse, die Politik, sie erzählen uns, dass alles immer wieder getoppt werden muss - schneller, höher, besser. Doch dass diese Botschaft nicht gesund ist, erkennen wir inzwischen an vielen Stellen.

Wenn wir jeden Monat den natürlichen Wechsel, den der Mond uns zeigt, mitgehen - wenn jeder sich wieder fragt: Was nährt mich? Was darf gehen? Womit fülle ich mich wieder neu? - ist der Schnitt der Schnitterin im Sommer unseres Lebens vielleicht nicht so radikal und wir können gestärkt in unseren Herbst wechseln.

Ich lade dich ein, bewusst wahrzunehmen, was dein Leben nährt und was es vielleicht auch schwächt.
Lass dir Zeit dabei.
Vielleicht findest du eine für dich stimmige Vision, die süßen Früchte für deinen persönlichen Herbst/ Winter zu kultivieren. Gleiches gilt natürlich auch für die Zöpfe, die es abzuschneiden gilt. Vielleicht kannst du stellvertretend dafür etwas aufschreiben und den Zettel verbrennen oder um einen Stein wickeln und in einem Fluss versenken.
Ich wünsche dir viel Klarheit und schöne Visionen, wenn du diese Übung machst.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

Gedanken zum Advent und den bevorstehenden Rauhnächten

 

Die Adventszeit lädt uns ein, immer wieder genau hinzuhören und hinzuspüren - auf unseren ureigenen Klang, unseren Herzschlag, unsere  Stimme - fernab aller Weihnachtsmärkte und allem vorweihnachtlichen Trubel.

 

Für mich ist die Adventszeit ein Art Fastenzeit - wir bereiten uns auf das neu erwachende (Sonnen-)Licht - was uns auch durch Christi Geburt, durch die Heilige Nacht, geschenkt wird - vor. Um uns herum wird der Anschein erweckt, dass es keine Dunkelheit, kein zur Ruhe kommen geben darf. Doch unser Körper und unsere Seele dürsten danach, einfach sein zu dürfen - auch mal eine innerliche Bestandsaufnahme zu machen. Die Natur lebt es uns vor. Sie hat sich in die Erde - in die Dunkelheit - zurückgezogen. Stellt euch mal vor ihr würdet jetzt nach draußen schauen und die Bäume ständen in voller Blüte. Das wäre schon ein ungewöhnliches Bild. So habe ich es auch vor einigen Tagen erlebt, als ich sah, dass im Kräutergarten nebenan noch eine einzelne Rose blüht. Das war für mich etwas ganz besonders - Ende November blüht hier im Sauerland eine Rose. So wünsche ich euch, dass es etwas Besonderes ist, wenn ihr euch im Außen zeigt und ihr euch viel Zeit für eure Innenschau schenkt.

 

 

Rauhnächte

 Im Anschluss an das Jahreskreisfest „Wintersonnenwende“ beginnen die Rauhnächte. Ich freue mich, wenn immer mehr Menschen, diese Zeit bewusst wahrnehmen und werde allen, die es wünschen, in der Zeit vom 21.12. bis zum 06.01.2019 täglich einen kleinen Impuls schicken. Bei Interesse einfach nur eine Mail an info@klangschichten.de und im Betreff "Rauhnächte" schreiben.

Die Rauhnächte gehen zurück auf das Mondjahr, das mit 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr. Als man vom Mond- zum Sonnenjahr übergegangen ist, waren elf Tage und 12 Nächte übrig - die heutigen Rauhnächte.  Nach der Wintersonnenwende beginnt die Kernzeit der Raunächte. Vom 21.12. bis zum 24.12. steht die Sonne still - diese Zeit kann zur Einstimmung auf die Rauhnächte genutzt werden. Die Rauhnächte hießen ursprünglich „Rauchnächte“, weil in dieser Zeit mit Kräutern geräuchert wurde, um dunkle Geister zu vertreiben und segenbringende willkommen zu heißen.  

Die erste Rauhnacht (24.12.) wendet sich an den ersten Mondmonat. Dieser beginnt am 6.1. und endet am 5.2., die zweite Rauhnacht (25.12.) betrifft die Zeit vom 6.2. bis 5.3. usw. Die Rauhnacht gilt immer für den ganzen Tag und die ganze Nacht.

In den Rauhnächten beobachten wir die Ereignisse und Begegnungen sehr genau. Dazu gibt es - wie oben genannt - einen täglichen Impuls. Die Rauhnächte sind eine magische Zeit, voller Märchen und alten Überlieferungen, aber auch eine Zeit, in der wir in unser Dunkel (unsere Innenwelt, unsere Tiefen) eintauchen dürfen, um dort Inspirationen und Antworten auf persönliche Fragen, Wünsche und Ideen zu finden. Die Rauhnächte unterstützen und aktivieren, die eigene Schöpferkraft. Durch diese bewusste Gestaltung der Rauhnachtszeit bereiten wir den Boden für das kommende Jahr.

Die Rauhnächte bieten einen besseren Zugang zur Seele als andere Tage. Sie sind jedoch (k)ein Wunschkonzert. Durch Bewusstseinserweiterung arbeitet jeder konstruktiv an der Entwicklung des eigenen Lebens mit, unbewusste Kräfte werden in unser Bewusstsein integriert, damit wir konstruktiv an den Veränderungen in unserem Leben mitwirken können. Alles was wir an Träumen, Visionen, Wünschen in uns tragen, darf wahr werden - es ist schon DA - es ist schon ein Teil von uns. Jedoch haben wir es bislang noch nicht ins Leben integriert. In den Rauhnächten stellen wir wieder eine Verbindung all zu unseren Wesensanteilen her.

Zuvor ist es jedoch wichtig, das alte Jahr in Ruhe abzuschließen. Damit Neues entstehen kann, muss Altes gehen dürfen. Dazu gehen wir Monat für Monat in das letzte Jahr zurück und schauen, was noch unerledigt ist. Alles was zurückgegeben werden will, gibt man vor der 1. Rauhnacht zurück. Weiterhin gehören zum Abschluss des Jahres (also vor den Rauhnächten) Dankbarkeitsrituale. Das alte Jahr sollte bis zum 13.12. (Luzia) abgeschlossen sein.
Alle, die sich auf die Rauhnächte einlassen möchten und den täglichen Impuls wünschen, beginnen ab dem 21.12. mit den Vorbereitungen. Es liegt an jedem einzelnen, wie viel Zeit und Raum ihr euren Rauhnächten gebt. 

  

Gedanken zum November

Vor einigen Tagen haben wir Samhain - ein keltisches Jahreskreisfest gefeiert. Ein Totenfest, welches den Übergang von der hellen in die dunkle Zeit feiert. Mir ist die Kraft dieses Festes in diesem Jahr besonders aufgefallen. Bis vor zwei Wochen waren wir noch von der Sonne verwöhnt. Dann kam alles zusammen: Regen, Schnee, Nebel, Zeitumstellung. Wir sind praktisch in die dunkle Zeit katapultiert worden.

Diese neue Zeit dürfen wir auch als ein Geschenk ansehen. Ein Geschenk, uns Zeit für uns selbst zu nehmen, uns zurückzuziehen und vor allem auch Abschied zu nehmen, von Dingen, Menschen, Plänen, die vielleicht gar nicht zu uns und zu unserem Leben gehören. Nur dann entstehen Zeit und Raum für Neues. Die Natur lebt es uns in jedem Jahr vor. Während wir im Außen das Triste und Kahle sehen, wächst im Inneren neues Leben. Dieses kann aber nur dadurch geschehen, weil Altes sterben darf.

Von diesem Kreislauf sind wir ständig umgeben - wachsen und werden, sterben und vergehen. Licht kann ohne Dunkelheit nicht bestehen. Wenn wir uns diesen Kreislauf immer wieder bewusst machen, lernen wir vielleicht immer mehr, das, was gerade ist, anzunehmen, es zu fühlen und als Teil unseres Lebens zu sehen. So können wir immer mehr zu unserem inneren Frieden finden. Die Dunkelheit ist nicht böse. Ich würde mir wünschen oder mich freuen, wenn immer mehr Menschen bewusst in diese Dunkelheit eintauchen, sie wahrnehmen und ihre besondere Kraft verspüren - ohne gleich in einen Lichterkettenrausch zu verfallen.

Dieses Annehmen was ist - ohne es zu bewerten und in bestimmte Schubladen einzusortieren - ist auch das Thema der Eckhart-Tolle-Abende. Das heißt nicht, dass alles gut ist und ich mit allem einverstanden bin. Wenn ich jedoch den jetzigen Augenblick so annehme, wie er ist und gegenwärtig bleibe, gehe ich nicht in der Widerstand. Denn das bedeutet immer Kampf und im Kampf geht die Leichtigkeit verloren, dann wird alles anstrengend. …Kampf, um eine Position, ein Ziel…. Diese Aufzählung lässt sich sicherlich noch ergänzen. Und so möchte ich gerne schon einmal den Satz, den ich auch unten in der Terminankündigung für den ET-Abend schreibe, zitieren: „Was ist, darf sein - was sein darf, ändert sich“. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ein interessanter Bericht über die Wirkungsweise der Klangentspannung. 

Schauen Sie sich hier einen Beitrag des WDR "Hier und Heute" - Zeit für mich - vom 16.10.2018 an: 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Meister Eckhart über die Liebe

"Ein Weiser wurde gefragt, 
welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, 
welches der bedeutendste Mensch, der ihm begegnet, 
und welches das notwendigste Werk sei.

Die Antwort lautete:

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, 
der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, 
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe"


Gerade dieser Sommer hat uns mit seiner starken Sonnenkraft immer wieder in die Langsamkeit geführt. Für mich ist diese Langsamkeit die Vorstufe zur Gegenwärtigkeit, zur Bewusstheit, zum „Jetzt“. Deshalb sprach mich auch der obige Text an. Wir können nicht hetzen und dabei gleichzeitig bewusst wahrnehmen. So birgt sich in diesem langen und heißen Sommer auch eine ganz besondere Qualität. Ich wünsche allen, dass sich diese Kraft immer mehr entfalten kann, auch wenn jetzt immer mehr der Alltag wieder Einzug hält.

Der sich ankündigende Herbst klopft schon langsam an und so stehen wir zum zweiten Mal in diesem Jahr vor einer Schwelle - Tag und Nacht halten sich die Waage. Während wir uns im Frühjahr bei der Tag-und-Nacht-Gleiche auf den Sommer einstimmen - begleitet von starker Freude, auf eine Zeit der Fülle, Wärme und Leichtigkeit, gehen wir jetzt auf die dunkle Zeit zu. Wir fahren die Ernte des Sommers ein und dürfen für das danken, was uns geschenkt wurde. Bei dieser Freude schleichen sich häufig auch mulmige Gefühle ein, wie z.B. die Angst vor der dunklen Zeit. Aber gerade jetzt dürfen wir wieder mehr nach innen sehen und uns der Schätze gewahr werden, die wir in uns tragen. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Sommersonnenwende

Vor einigen Tagen haben wir die Sommersonnenwende gefeiert, es war ein schöner milder Sommerabend. Mitten in dieser „Hochzeit“ der Sonne wird uns deutlich, dass ab jetzt die Tage wieder kürzer werden. Dieser Wandel wird in einer Spirale sehr schön deutlich. Es geht immer weiter, wenn der Wandel kommt, gibt er uns die Gelegenheit, dass wir uns weiten, das wir wachsen dürfen. Wir können einen neuen Blickwinkel einnehmen. Wenn wir das Leben nur linear betrachten, fühlt es sich für mich fest und starr an.

Beim Tanzen der Spirale wird dieser Wandel zwischen „in sich gehen“ und „sich im Außen zeigen“ körperlich spürbar, wie ich finde, ein kostbares Geschenk. Ich glaube, dass sich unser Körper durch die Rituale (Singen, Tanzen, Meditation, die Natur wahrnehmen) an etwas erinnert und diesem einen Ausdruck gibt. Dieses Körpererleben finde ich so wertvoll: wahrnehmen, spüren, bei sich sein. Denn häufig geht dieses im Alltag unter, weil wir im Kopf - im Denken - verhaftet sind.

Der bevorstehende Sommer lädt uns ein, aufzutanken, in die Natur zu gehen und die eigene Schale aufzufüllen, damit wir uns in den dunklen Zeiten daraus nähren können. Mir fällt dazu die wunderschöne Kindergeschichte von Helma Heine ein: „Frederik“: Die kleine Feldmaus, die im Sommer Farben, Klänge, Düfte und Geschichten sammelt, während alle um ihn herum eifrig Vorräte sammeln, um für den Winter gerüstet zu sein. Als diese Vorräte im Winter fast aufgebraucht und es vielen seiner Freunde in der dunklen Jahreszeit nicht mehr so gutgeht, gibt Frederik seine Erinnerungen an die Farben, Klänge und Düfte an seine Freunde weiter, damit diese wieder mehr Lebensfreude bekommen.  

Ich finde diese Geschichte beschreibt wunderbar, wie wichtig es für uns ist, die Sommerzeit zu nutzen, um einzutauchen in die Vielfalt der Natur und möglichst viel Zeit dort zu verbringen.

In diesem Sinne: lasst uns tanzen, singen, lachen und genießen! - Damit unsere Schale gut gefüllt wird

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gleichgewicht

Vor einigen Tagen haben wir die Frühjahrstagundnachtgleiche gefeiert. Frühjahrstagundnachtgleiche feiert einen der beiden kostbarsten Tage im Jahreskreis, an dem sich Licht und Dunkel  die Waage halten. Wir Menschen, die sich auch häufig nicht im Gleichgewicht fühlen, übersehen schnell, dass es in der Natur auch nur diese beiden Punkte gibt. Wenn wir dann an unser menschliches Wachstum denken, welches ja analog zur Natur verläuft, so scheint dieser Balanceakt nur selten für die Entwicklung nötig zu sein. Er gibt uns im Frühjahr aber den Anstoß, den wir brauchen, um unsere „Lichtmess-Visionen“ im wahren Leben manifestieren zu können. Was bislang nicht greifbar war, gilt es jetzt in konkrete (erdige) Taten umzusetzen. Das erfordert auch manchmal Kraft, die ich allen wünsche.

Nachstehend noch eine Übung, sich mit der Kraft des Frühlings zu verbinden bzw. sich dieser gewahr zu werden, möchte ich euch noch mit auf den Weg geben:

Experimentiere mit der Kraft der liegenden Acht:

Wer mag, kann sich mit der Kraft der liegenden Acht verbinden. Sie ist ein Symbol sowohl für das Unendliche, als auch für das Polare und die Dualität hier auf der Erde. Sie trägt das Männliche und das Weibliche, das Oben und Unten, das Innen und das Außen, das Yin und das Yang in sich. Experimentiert mit der liegenden Acht - legt euch dazu eine ruhige Musik auf und bewegt euch zu der liegenden Acht, vielleicht indem ihr diese mit den Händen nachmalt, mit den Füßen auf dem Boden die liegende Acht geht oder diese mit der Hüfte, der Nase…. nachzeichnet. Eure Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

März 2018

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Warum ist ein ausgewogenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden so wichtig?

Mehrere Gespräche, die ich in letzter Zeit geführt habe, haben mir deutlich gemacht, wie gehetzt viele Menschen durch das Leben gehen. Der berufliche Druck steigt, familiär sind häufig Eltern zu versorgen und dann sind da die Kinder und Enkelkinder, Haushalt…

Was passiert eigentlich mit unserem Nervensystem, wenn es immer auf Hochtouren arbeitet? Der Sympathikus übernimmt die Führungsrolle:
Der Körper fühlt sich bedroht und stellt sich darauf ein, jederzeit kämpfen oder fliehen zu können. Er ist in allerhöchster Alarmbereitschaft. Dazu werden z.B. die Bronchien und die Pupillen erweitert und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig reduzieren die Organe, die bei dem Kampf oder der Flucht nicht benötigt werden, wie z.B. der Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse ihre Tätigkeiten. Diese Vorstellung zeigt mir, wie wichtig es ist, sich immer wieder Augenblicke zu schaffen, in denen der Körper entspannen kann.
Denn dann wird der Parasympathikus – der Gegenspieler des Sympathikus – aktiv. Dieser sorgt dafür, dass sich die Bronchien und die Pupillen verengen, der Magen-Darm-Trakt und die Bauchspeicheldrüse wieder aktiviert werden. Dieses kleine Beispiel verdeutlicht, wie wichtig ein ausgeglichenes An- und Entspannungsverhältnis für unser Wohlbefinden ist. 

Gerne gebe ich euch hier auch noch ein paar kleine Tipps, wie ihr immer mal wieder in die Entspannung kommen könnt:
Konzentriert euch auf eure Atmung und atmet zunächst mit der sogenannten Lippenbremse (Lippenstellung, als wolltet ihr pfeifen) aus. Nach einiger Zeit könnt ihr beim Ausatmen summen, schnurren oder singen. Wichtig ist, dass die Betonung auf der Ausatmung liegt. Durch diese Kehlkopfvibrationen, die sich im Körper ausbreiten, könnt ihr gut euren Parasympathikus aktivieren. Das Schöne bei dieser Übung ist, dass ihr sie (fast) überall einsetzen könnt. Vielleicht sollte man mal an der Kassenschlange das Experiment wagen und diese Übung machen! Mal abwarten, was passiert und wie viele Menschen sich anstecken lassen!
😊
(SB01/2018)