Klangschichten

Atem - Klang - Stimme

Das Medizinrad

Wir befinden uns derzeit in einer anstrengenden Zeit, die jedoch jedeR auf ihre/seine ganz besondere Art und Weise erlebt. Damit wir jedoch nicht nur im Außen nach dem blicken, was andere machen, kann das Medizinrad helfen, nach innen zu schauen und wahrzunehmen, was in mir passiert.

In den meisten Naturvölkern gibt es das Bild der Räder und Kreise, des sogenannten „Medizinrades“. Das Medizinrad kann als ein Symbol angesehen werden, welches die ständig stattfindende Wandlung und die Verbundenheit mit allem darstellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass alles beseelt ist: Die Mineralien, die Bäume, die Pflanzen usw. Der Mensch ist ein Teil dieser Schöpfung. Alles ist gleichwertig. So dürfen wir in dem Medizinrad ein kraftvolles und ein mächtiges Werkzeug erkennen, um Heilung zu erfahren und der eigenen Entwicklung Raum zu geben. Es kann z.B. bei der Beantwortung aktueller Fragen herangezogen werden.

Das Medizinrad ist durch acht Speichen in gleichgroße Flächen eingeteilt. Dabei besitzt jede Speiche ihre eigene Qualität und Stärke. Das Rad funktioniert nur in der Einheit ohne Anfang und ohne Ende, egal was sich darin befindet.

Wir haben uns insbesondere seit der Industriellen Revolution „die Erde untertan gemacht“ und dadurch immer mehr den Bezug zur Natur verloren. Heute sind wir sehr stark linear geprägt - meistens in Richtung höher, schneller, weiter. Um dieses Ziel zu erreichen wurden insbesondere in der Berufswelt viele Abläufe soweit optimiert, dass Menschen oftmals nur noch kleinste Fragmente eines großen Arbeitsablaufs bearbeiten und im Blick haben. Das geht bis in unser Gesundheitswesen hinein, in dem es viele Spezialisierungen gibt und wo letztendlich selten der Mensch als Ganzes gesehen wird. Dabei kann uns erst der Blick auf das große Ganze Verständnis für unsere „Herausforderungen“ schenken.

Das Medizinrad kann helfen, das eigene Handeln besser zu verstehen und Lösungen zu finden, es ersetzt bei Krankheit aber keinen Arztbesuch!

Von der Mitte ausgehend strahlt das Medizinrad, in alle Himmelsrichtungen. In der Mitte finden wir das Zentrum von allem - die Leere, das Nichts und das Alles, die Urenergie, die Schöpferkraft. Jeder Himmelrichtung - den vier Hauptachsen sowie den vier Nebenachsen - sind besondere Eigenschaften zugeordnet. Heute schreibe ich zunächst über die Hauptachsen. Diese beschäftigen sich mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Wir alle tragen diese Elemente sowohl in physischer Form (Herzschlag, Körper/-Flüssigkeiten und Atem) als auch in einer nicht greifbaren Form wie z.B. Antrieb, Beharrlichkeit, Fühlen und Denken in unterschiedlichen Ausprägungen in uns.

Der Süden

Schauen wir zunächst in den Süden. Dieser beschreibt die Kraft des Elements Wasser, unsere Gefühle, die Welt der Pflanzen, das Geben, die Kinder, Unschuld und Vertrauen, die Mittagszeit. Wer mag kann sich diese Eigenschaften in einem Bild vorstellen. Jahreszeitlich befinden wir uns im Sommer.

Mir erscheint direkt folgendes Bild: In der Mitte des Bildes ist ein kleiner, ruhiger See, der mit Gebirgswasser gefüllt wird und an einer Stelle weiter ins Tal fließt. Die Sonne steht hoch am Firmament. Am Rand des Sees und des Flusses stehen Sträucher, Büsche und bunte Blumen. Kinder spielen, lachen, toben und weinen auch mal. Sie alle sind eins mit dem was ist - sie sind in Unschuld und Vertrauen. Wobei Unschuld und Vertrauen nicht mit Naivität gleichgesetzt werden kann, sondern es geht hier um ein Wissen darüber, dass es etwas gibt, was größer ist als wir. In diesem Vertrauen sind wir eingeladen, kraftvoll im Leben zu stehen und zu sein, wer man wirklich ist.

Der Süden symbolisiert die Welt unserer Gefühle. Wie häufig fühlen wir uns davon abgeschnitten? Anstatt unsere Gefühle wahrzunehmen und dementsprechend zu reagieren, halten wir sie fest. Doch so wie das Wasser immer in Bewegung ist - auch wenn es scheinbar ruhig ist -, so sind auch unsere Gefühle immer in Aktion. Sie kommen, werden groß und gehen wieder. Wenn diese Wellenbewegung zugelassen werden kann, sind die Gefühle im Gleichgewicht. Sehr schön kann dieses Kommen und Gehen bei Kindern beobachtet werden, was natürlich nicht immer einfach für das Umfeld ist. In der Erwachsenenwelt kommen die Gefühle oftmals nicht über die erste Stufe hinaus. Wenn sie anklopfen und von uns gefühlt werden möchten, drücken wir sie gerne direkt wieder weg - keine Zeit, mag nicht, tut weh, passt nicht usw.

Ich möchte auch noch einen Blick auf die Pflanzenwelt werfen. Die Pflanzen wachsen festverwurzelt in der Erde der Sonne entgegen. Sie holen sich das, was sie benötigen aus der Erde und aus dem Himmel und verschenken sich gleichzeitig durch das Geben ihrer Heilkraft an die Menschen und an die Tiere. Wir dürfen von ihnen lernen, dass auch wir gut für uns sorgen und auf unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche achten sollen. Wenn wir uns selber (jedeR für sich) fürsorgliche Eltern sind, brauchen wir die Befriedigung unserer Wünsche nicht in der Außenwelt suchen.

Impuls für den Süden:

·        Ich nehme mir täglich Zeit, meine Bedürfnisse zu erkennen, zu fühlen und diese zu gegebener Zeit zu befriedigen.

Der Norden

Unsere Reise führt uns jetzt im Uhrzeigersinn in den gegenüberliegenden Norden. Dieser steht für das Element Luft, für unseren Geist/Verstand, für die Welt der Tiere, für das Empfangen, für die Nacht. Jahreszeitlich befinden wir uns im Winter. Der Geist darf zur Ruhe kommen, denn nur dann kann er wirklich empfangen.

In der Kraft des Nordens zu sein bedeutet, Klarheit im Tun, Weisheit und einen gesunden Menschenverstand zu besitzen. Diese Eigenschaften des Nordens lehren uns die Tiere. Sie handeln instinktsicher und ohne Umschweife. Sie wägen nicht ab und überlegen hin und her, sondern werden - wenn sie entsprechendes empfangen haben - direkt aktiv. Wir allen haben bestimmt schon mal Tiere beobachtet, wie sie kurz ihre Ohren aufstellen, wenn sie etwas hören und dann direkt reagieren. Sie wissen, welches der nächste Schritt ist. Die Tiere kennen keine Zeit, sie sind immer im gegenwärtigen Augenblick.

Wir Menschen können viel von dieser Klarheit lernen. Viele Entspannungstrainings sind darauf ausgerichtet, unser Gedankenwirrwarr  zu stoppen, was genauso schwer ist, wie die Luft mit den Händen einzufangen, weil wir selten im jetzigen Augenblick sind. Bei uns Menschen wirbeln häufig Gedanken wie ein kleiner Hurrikan durch den Kopf. Wir dürfen uns darin üben, immer mehr in gegenwärtigen Augenblick zu sein und mit einem offenen Geist zu empfangen, der darauf ausgerichtet ist, in Harmonie und Balance mit allem zu sein.

Impuls für den Norden

·        Ich spüre meinen Atem und achte bewusst auf meine Gedanken.

Der Westen

Im Westen beschäftigen wir uns mit dem Element Erde, mit unseren Körper, mit der Welt der Mineralien, der Kraft der Innenschau und Intuition sowie der Qualität des Haltens, es ist die Zeit des Sonnenuntergangs.  Jahreszeitlich befinden wir uns im Herbst, von der

Um hier eine Vorstellung vom Halten zu bekommen, kann man sich einen Feuersalamander auf einem Fels in der Sonne vorstellen. Die Sonne hat die Steine aufgewärmt. Die Erde hält diese Wärme und gibt sie ab, wenn es erforderlich wird. Ein anderes Bild für die Wandlungskraft der Erde zeigt sich mir, wenn im Herbst das Laub die Erde bedeckt: Im Laufe der Zeit vermodert es, gibt der Erde seine Kraft als Dünger für die neuen Keimlinge, die bereits in der Erde warten, ab. Der Westen steht für die Stirb- und Werde-Prozesse, die ständig stattfinden - auch in unserem menschlichen Körper. Der Westen lädt uns ein, unserer Intuition zu vertrauen, damit wir den Augenblick erkennen, in dem die Wandlung geschehen kann. Der eigenen Intuition zu vertrauen, ist in einer Welt die voller Regeln und Normen ist, schwer geworden. Dennoch ist es für jeden einzelnen Heilungsweg wichtig, immer wieder nach innen zu schauen und mehr auf das eigene Körperwissen zu hören. Der menschliche Körper empfängt jeden Tag Energie, transformiert diese und gibt ab, was nicht mehr benötigt wird. Dabei ist es wichtig auf das rechte Maß zu achten. Man auch sagen: Jeden Tag erleben wir „kleine Tode“ um uns zu entfalten. Wenn wir uns diesem Prozess hingeben, erkennen wir Notwendigkeit der Veränderungen und des Wandels.

Hier möchte ich auch noch einen Gedanken zur jetzigen Zeit einfließen lassen: Wir haben über viele Jahrzehnte der Erde zu viel zugemutet und sie immer mehr ausgebeutet. Die Erde musste irgendwann die Notbremse ziehen, damit sie wieder Kraft tanken kann. Es wäre schön, wenn wir diese Pandemie als Chance für einen besseren Umgang mit Mutter Erde und mit unserem eigenen Körper erkennen.

Impuls für den Westen

·        Ich sorge gut für meinen Körper und lasse mich auf die immer wiederkehrenden Stirb- und Werde-Prozesse ein.

Der Osten

Zuletzt kommen wir zum Osten. Dieser steht für das Element Feuer, für unsere Seele, die Welt der Menschen und unsere Vergnügungen, für die Begeisterungsfähigkeit und das Bestimmen, der Morgen. Jahreszeitlich befinden wir uns im Frühling.

Der neue Tag liegt wie ein leeres Blatt vor uns. Die Sonne beendet das Dunkel der Nacht und bringt so wieder Helligkeit in unseren Tag. Ohne die Sonne wäre kein Leben auf der Erde möglich. Im übertragenen Sinn bedeutet dies, dass wir uns immer wieder leer machen dürfen, um unsere Visionen zu empfangen, um unsere Kreativität anzufeuern. Wir dürfen hier auch in unsere „Bestimmerqualität“ gehen. Wir dürfen entscheiden, wie unser Tagesblatt oder auch unser Lebensbuch gefüllt wird - im Einklang mit den Qualitäten der drei anderen Himmelsrichtungen.

Wir bekommen jeden Tag die Chance, Altes hinter uns zu lassen und den Tag neu zu gestalten. Hier können wir uns das Feuer vor Augen führen: Es lebt vom Vernichten und kann nur durch das Sterben der verbrennenden Substanz wirken.

Ein Bild, das fast alle Menschen immer wieder berührt, ist die aufgehende Sonne. So selbstverständlich, wie dieser Vorgang jeden Tag für uns ist, dürfen auch wir voller Vertrauen sein, dass wir geführt sind und manchmal sogar im übertragenen Sinne vom Blitz getroffen werden. Wir nennen das dann einen Geistesblitz, er kommt plötzlich und unerwartet, kann in uns ein „Wow“ auslösen oder auch nur ganz klein und unspektakulär sein. Wenn ich meine Schöpferkraft anerkenne, kann ich mit meiner Kreativität mein Leben bunt und unerschöpflich kreieren. Dabei gilt es darauf zu achten, keiner Illusion nachzuhängen, da diese schnell hoffnungslos macht.

Impuls für den Osten:

·        Ich ehre meine Talente und Gaben und bringe sie voller Kreativität und Freude zum Ausdruck.

Soweit die vier Hauthimmelsrichtungen. Direkt geht es jetzt weiter mit den Zwischenhimmelsrichtungen mit einer kurzen Einleitung.

Nachdem wir uns im ersten Teil mit den Elementen beschäftigt haben, gehen wir jetzt noch ein Stück tiefer in den Bereich des alten schamanischen Wissens. Dort wird davon ausgegangen, dass wir uns bewusst für dieses Erdenleben mit den jeweiligen „Rahmenbedingungen“ entschieden haben, um zu wachsen. Für die Seelen ist es eine besondere Erfahrung, hier auf der Erde in einem begrenzten Körper Erfahrungen des Getrenntseins zu machen. Bevor eine Seele auf dieser Erde inkarniert, hat sie einen Seelenplan - oder anders gesagt, sie hat sich gemeinsam mit den Karmameistern (den Hütern der Lebensbücher) eine Aufgabe gestellt, die sie hier auf dieser Erde bewerkstelligen möchte. Zum Zeitpunkt der Geburt setzt sich ein Schleier auf diese Aufgabe und diese Seele weiß nicht mehr, dass sie als spirituelles Wesen eine Erfahrung in einem begrenzten menschlichen Körper machen möchte. Alles, was geschieht, hat seine Berechtigung, auch wenn wir es nicht immer verstehen und es uns häufig schwerfällt, Dinge zu akzeptieren.

Die folgende Betrachtungsweise auf Geschehnisse hilft, eigene Muster, Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen, wenn ich bereit bin, ehrlich hinzuschauen, alle Gefühle zu fühlen und Projektion ins Außen zu minimieren.

Noch etwas möchte ich vorweg schicken. Manche meiner nachfolgenden Ausführungen lesen sich vielleicht so, dass man nur mal schnell etwas machen muss und dann ist alles gut. Das kann natürlich nicht funktionieren. Die gewonnenen Erkenntnisse können sich als kleine Mosaiksteinchen auf dem eigenen Weg erweisen. Jedoch klebt nicht jedes Steinchen sofort richtig gut auf der Unterfläche. Es fällt immer mal wieder heraus und möchte neu angeklebt oder neu positioniert werden.
So geht es auch uns. Da haben wir das Gefühl: „Ja, der Knoten ist geplatzt!“ und schon zeigt er sich am nächsten Tag in einer anderen Form. Das Ganze dann nicht als Schildbürgerstreich abzutun, sondern auch mal herzlich über sich selbst zu lachen, kann sehr befreiend wirken. Bis an unser Lebensende werden wir Lernende bleiben. Alleine die Tatsache, dass wir bereit sind zu lernen, führt zu mehr innerem und äußerem Frieden, weil wir uns unserer Selbst immer bewusster werden und immer weniger Bestätigung im Außen suchen.

Um die nachstehenden Erläuterungen besser nachvollziehen zu können, ist es hilfreich sich die Beschreibungen der ersten vier Himmelsrichtungen zur Hand zu nehmen und immer mal wieder nachzulesen. So lade ich jetzt zur weiteren Reise durch das Medizinrad ein:

Der Südosten

Im Südosten befindet sich der Platz der Ahnen, sowie die Selbstliebe und Selbstannahme. Hier verbindet sich der Osten mit dem Süden oder anders gesagt: die Vision mit dem Vertrauen.
Daraus ergibt sich unser Lebenskonzept, welches von uns gelebt werden möchte. Dazu gilt es, all unsere Ahnen anzuerkennen. Sie haben unseren Weg bereitet. Dies gilt sowohl für unsere leiblichen Ahnen als auch für die spirituellen Ahnen(erleuchtete Meister, große Lehrer). Ohne sie wären wir nicht die Menschen, die wir heute sind. Häufig gehen wir hiermit in den Widerstand und wollen es nicht wahrhaben, weil tiefe Verletzungen vorliegen. Hier gilt es jedoch zu unterscheiden zwischen den menschlichen Handlungen und den tiefen Seelenaufgaben. Ein kurzes Beispiel verdeutlicht dieses: Vielleicht hatte jemand einen brutalen Großvater. In einem solchen Fall fällt es häufig schwer, sich mit diesem zu verbinden. Vielleicht hat aber auch gerade diese Erfahrung denjenigen stark werden lassen.

Als Menschen haben wir (und natürlich auch all unsere Vorfahren) alle einen freien Willen und können somit immer die Richtung unseres Lebens bestimmen. Deshalb stimmt der Seelenplan nicht immer mit dem gelebten menschlichen Leben überein. Ich komme noch einmal auf das Beispiel mit dem Großvater zurück. Wir wissen nicht, welche Erfahrungen ihn haben brutal werden lassen. Wenn jedoch die Seele den menschlichen Körper verlassen hat und als reine Essenz zum Ursprung zurückkehrt, ist sie wieder reine Liebe und unterstützt ihre Nachkommen mit ihrer Liebe.

Damit wir uns unserer Lebensaufgabe annähern können, ist es spannend zu schauen, welche Muster oder Knoten sich in unserer Ahnenlinie zeigen und mit welchen wir explizit immer wieder in Resonanz gehen. Fühle ich mich vielleicht als Aussteiger im Familiensystem? Schaue ich, ob es in meiner Ahnenlinie oder auch in der näheren Verwandtschaft Angehörige gibt, die ebenfalls einen anderen Weg gegangen sind? Wie ist es ihnen damit ergangen? Wie haben sie gelebt/wie leben sie? Diese Betrachtung kann Mut machen und das eigene Selbstbewusstsein stärken, da man sich nicht mehr abgeschnitten von dem Familiensystem fühlt. Dieses „selbst-bewusste“ Handeln macht frei und erwachsen. Es braucht dann nicht mehr die Reaktionen und Bestätigung der Außenwelt, sondern man nimmt sich so an, wie man ist. Das führt zu mehr innerem Frieden, der nach außen strahlt. Es ist immer unsere Wahl, welche Haltung wir dem Leben gegenüber einnehmen. In der Meditation können wir Kontakt mit dem Geist einer unserer Ahnen aufnehmen und ihn einladen, unser Begleiter zu sein, damit sich das Feuer immer weiter entzündet und die Visionen ins materielle Leben gebracht werden können.

Impuls für den Südosten:

·        Ich nehme meinen Platz im Leben in Würde ein. Ich achte mich selbst mit allem, was ich bin und was mich ausmacht.

Der Südwesten                    

Im Südwesten befinden sich der Platz der Träume sowie der Platz der offenen und geschlossenen Symbole. Hier verbindet sich die Kraft des Südens mit der Kraft des Westens oder anders gesagt: das Vertrauen mit der Intuition.
Hier zeigt sich, wie weit wir uns emotional im Gleichgewicht befinden. Wenn zu vieles festgehalten oder aufgestaut wurde, viele Lebensgeschichten nicht aus dem Vertrauen heraus, sondern mit Angst und negativen Glaubenssätzen geschrieben wurden, entstehen die geschlossenen Symbole.
Bei allem, was uns begegnet, formt unser Verstand Bilder, Gedanken und Vorstellungen. Das „Leibgedächtnis“ (Körpergedächtnis) wird aktiviert. So hat vielleicht ein Kleinkind im Krieg Raketeneinschläge gehört. Dieses Geräusch hat eine so tiefe Angst ausgelöst, dass es mit der Situation nicht umgehen konnte und sie verdrängt bzw. in den Schatten geschoben hat. Das Geräusch und die damit verbundenen Gefühle haben sich tief im Körper eingenistet. Stellen wir uns jetzt Situationen vor, in denen z.B. Böller abgeschossen werden, so kann hierdurch bei dieser inzwischen erwachsenen Person eine subtile Angst hervorgerufen werden, für die es offensichtlich keine Erklärung gibt. Denn das „Leibgedächtnis“ hat keine zeitliche Vorstellung. Unsere (oftmals unbewussten) Reaktionen haben deshalb nicht unbedingt etwas mit der realen Situation zu tun, sondern sind häufig etwas altes Unbekanntes. Immer wenn wir uns unserer Reaktionen bewusst werden und bereit sind, die damit verbundenen Gefühle zu fühlen - auch wenn Schmerzen, Angst oder ähnliches damit zusammen hängt - können wir ein geschlossenes Symbol öffnen und es künftig in unser Leben integrieren. Im vorgenannten Fall bedeutet dies, dass die Person erkennt, dass die Böllerschüsse und ihre Angst zusammengehören. Sie fühlt in diesem Zusammenhang die Angst, den Schmerz und alles, was sich zeigt - immer wieder aufs Neue, bis irgendwann die Angst vor dem Böllerschuss komplett gewichen ist.

Manchmal verbergen sich auch hinter den offenen Symbolen in Wirklichkeit geschlossene Symbole. Unsere Handlungen und Reaktionen sind uns so vertraut und fühlen sich so bequem an, dass wir gar nicht merken, wie fest wir in Wirklichkeit sind und wie wenig bereit, Neuem - und somit der eigenen Weiterentwicklung - Raum zu geben.

Der Südwesten lädt uns ein, den persönlichen Lebenstraum frei zu tanzen (oder auch frei zu singen 😉!)und sich angstfrei und vertrauensvoll dem Leben hinzugeben.


Impuls für den Südwesten:

·        Ich bin bereit, immer tiefer meine Gedanken, Ideen und Vorstellung wahrzunehmen und Symbole zu entschlüsseln, die mich immer mehr in meine Handlungsfähigkeit für meinen persönlichen Traum führen, damit ich ganz und gar mein Leben lebe und tanze.

Der Nordwesten

Im Nordwesten befinden sich der Platz der Regeln und Gesetze sowie der Rhythmen und Zyklen. Hier verbindet sich die Kraft des Westens mit der Kraft des Nordens oder anders gesagt: die Intuition mit dem instinktsicheren Handeln.
Wenn diese Kräfte zusammen wirken können, zeigt das eine vertrauensvolle Hingabe in die Kreisläufe des Lebens. Wir alle sind ständig mit diesen Kreisläufen konfrontiert. Schauen wir uns den Tag-Nacht-Kreislauf an oder den Jahreskreislauf, aber auch Ebbe-Flut oder den Kreislauf des Mensch-seins sowie den weibliche Menstruationszyklus. Alles unterliegt großen und mächtigen Regeln, die wir nicht ändern können, sondern sie immer wieder als Wachstumschance ergreifen können, in dem wir mit diesen Kreisläufen gehen. Häufig stoßen wir hier jedoch auf Grenzen und lehnen die naturgegebenen Kreisläufe ab bzw. versuchen sie zu umgehen, weil sie uns mit unserer Ur-Angst vor dem Tod konfrontieren. Aber erst wenn wir erkennen, dass auf jeden Tod neues Leben entsteht und diesen Rhythmus oder Zyklus in unser tägliches Leben integrieren, sind wir Eins mit dem Weltenklang.

Ich möchte jetzt noch auf die persönlichen Regeln und Gesetze eingehen, die wir uns selber schaffen. Sie sind entstanden durch unsere Moralvorstellung, z.B. durch unsere Einteilung in „gut und schlecht“, „falsch und richtig“, „erlaubt und verboten“. Diese Regeln sind nicht in Stein gemeißelt, sie waren zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben vielleicht wichtig und richtig, aber sie dürfen sich auch wandeln.
Als Kind haben wir vielleicht häufig gehört: „Das macht man nicht!“. Als Erwachsene kann ich jede diese Aussagen überprüfen und meine eigene Moralvorstellung entwickeln. Wenn wir uns auf unseren alten Regeln ausruhen, schränken sie uns auf Dauer ein.
Neben den persönlichen gibt es auch kollektive (oder auch gemeinschaftliche) Gesetze und Regeln, die es einzuhalten gilt, indem z.B. regelmäßig die Steuererklärung abgegeben und die entsprechende Einkommenssteuer bezahlt wird oder indem vorgeschriebene Verkehrsregeln eingehalten werden.

Über all diesen Gesetzen stehen die „Heiligen Gesetze“, wie z.B. „Den Kindern darf kein Leid geschehen“, „Du sollst nicht mehr nehmen, als du brauchst“. Diese sollten immer beachtet werden, da ansonsten ein großes Ungleichgewicht entsteht.

Natürlich können wir uns gegen Regeln und Gesetze auflehnen oder sie boykottieren. Allerdings müssen wir dann auch bereit sein, die Konsequenzen für unser Handeln zu tragen (z.B.: Wenn ich zu schnell fahre, muss ich ggf. eine Strafe bezahlen). Das gilt auch für die persönlichen Regeln und Gesetze. Ich kann meine Sichtweise oder Moralvorstellung immer ändern, aber auch hier trage ich selber die Verantwortung.

Erst wenn wir die Muster hinter unseren Handlungen erkennen und verstehen, welche Ereignisse sich ständig wiederholen, können diese geändert werden. Jede Handlung, die wir vollziehen, hat eine Konsequenz.

Impuls für den Nordwesten:

·        Ich bin bereit, mit dem Kreislauf des Lebens zu gehen und lasse mich verantwortungsvoll auf meinem Wandel ein. Ich nehme Regeln wahr, die ich mir auferlegt bzw. die ich auferlegt bekommen habe und befreie mich dadurch aus Begrenzungen, die mich in meiner Ausdrucksweise einengen.

Der Nordosten

Zuletzt kommen wir zum Nordosten. Dort befindet sich der Platz der Energiebewegung, der Gestaltung und Choreographie der Energie. Die Kraft des Nordens verbindet sich mit der Kraft des Ostens. Die instinktsichere Bewegung trifft auf das Feuer der Vision - eine energiegeladene chaotische Bewegung entsteht.

Die Tiere lehren uns, zu akzeptieren, dass Jeder seine Rolle im großen Gefüge hat und es hier nicht um die Bewertung besser oder schlechter geht. Auch jeder einzelne Mensch spielt seine eigene Rolle. Dieses Verbundensein mit der ganzen Schöpfung kann noch weiter heruntergebrochen werden: Jedes Organ in unserem Körper erfüllt seine Rolle, jede Zelle ist ein Teil unseres menschlichen Organismus‘. Hier würden wir ja auch nicht bewerten, welches Organ oder welche Zelle höherwertig ist, sondern jede als einen gleichwertigen Teil von uns ansehen.

Oftmals suchen wir unsere Rolle in unserem Leben. Eine Hilfestellung gibt uns die Kraft des Ostens, über die wir unsere Visionen erfahren. Im Nordosten geben wir unseren Visionen Gestalt und Kraft. Durch das Setzen von Prioritäten in unseren Handlungen können wir so unseren Lebensfluss zum Fließen bringen. Manchmal scheuen wir uns, die Visionen zu verfolgen und ihnen Zeit und Raum zu geben. Vielleicht weil sie nicht die gesellschaftliche Akzeptanz haben oder einfach aus Bequemlichkeit. Dann ziehen wir andere Tätigkeiten vor und verlieren im täglichen Gewusel unseren Fokus auf unser eigentliches Ziel.

Wir Menschen haben im Laufe der Zeit - insbesondere auch geprägt durch die kargen Nachkriegsjahre - gelernt, unser Sein mit beruflichem Status und materiellem Besitz zu messen. Doch erst wenn wir den Fokus auf das halten, was uns wirklich bewegt, unabhängig davon was gesellschaftlich gerade angesagt oder „in“ ist, kommen wir wirklich bei uns an und werden erstaunt darüber sein, was sich - wie von selbst - einstellt.

Impuls für den Nordosten:

·        Ich halte meinen Fokus auf meine persönliche Rolle, meine Funktion, meine Arbeit innerhalb der Gemeinschaft und wirke heilsam für mich, für andere und für die Erde. Fühle ich mich orientierungslos und hin- und hergerissen, gebe ich mich der Unsicherheit hin.

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Danke, dass du mit mir auf Reise gegangen bist. Ich finde, dass vieles von diesem alten Wissen uns gerade in diesen bewegenden Zeiten helfen kann, in unsere eigene Mitte zu kommen und die Verbundenheit zu spüren, über die Arunga Heiden im nachstehenden Lied singt:

Ich bin verbunden mit allem Sein
Mit Schwester Nacht und ihren Schatten
Mit Mutter Mond, Sonne und Sternen
Mit Bruder Tag, Großmutter Erde
Mit allen Tieren und allen Pflanzen
So bin ich „Ich“ und Teil des Ganzen